Frau Werner, was motiviert Sie zu Ihrer Arbeit im Betriebsrat?
Als Betriebsratsmitglied versteht man viele Vorgänge im Krankenhausalltag deutlich besser. Schulungen vermitteln fundiertes rechtliches Wissen in Bezug auf Gesetze, Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Man nimmt teil, überwacht und kann Dinge aktiv beeinflussen.
Warum ist der Betriebsrat wichtig?
In Bezug auf uns Ärzt*innen sehe ich vielerorts leider wenig Motivation zur Betriebsratsarbeit. Gerade in der aktuellen und zukünftigen Situation der Krankenhäuser arbeiten zunehmend Mitarbeiter*innen aus dem nichteuropäischen Ausland – sowohl im ärztlichen als auch im pflegerischen Bereich. Dort gibt es kaum Arbeitnehmerrechte; viele Kolleg*innen sind sehr verunsichert und benötigen unseren Support. Arbeitnehmerrechte wurden in der Geschichte durch mutige Vorreiter*innen erstritten, sie müssen auch heute noch täglich verteidigt werden.
Was hat Sie in der zurückliegenden Legislaturperiode besonders beschäftigt?
Es gab schwierige krankenhausinterne Vorgänge, in denen einzelne Arbeitnehmer*innen geschützt werden mussten. Dies war teilweise psychisch belastend. Zusätzlich kam es immer wieder zu Wechseln in der Führungsebene. Wirtschaftlich brennt es aktuell in der gesamten Krankenhauslandschaft und ich rechne da vorerst nicht mit einer Deeskalation in den kommenden Jahren.
Werden Sie wieder kandidieren? Warum?
Ich trete sehr gerne wieder zur Wahl an. Aktuell bin ich die einzige Ärztin in unserem 13-köpfigen Betriebsrat. Ich wünsche mir sehr, dass mehr Kolleg*innen aktiv in der Betriebsratsarbeit werden. Ich werde auf jeden Fall mein erlerntes Wissen und mein persönliches Engagement weiterhin zuverlässig einbringen.
Vielen Dank für das Gespräch.
