Gewalt gegen Ärzt*innen: Marburger Bund fordert Null-Toleranz-Strategie

Pressemitteilung
12. März: Europäischer Aktionstag gegen Gewalt im Gesundheitswesen
11.März 2026
Hannover
Pöbeleien in der Notaufnahme, körperliche Übergriffe auf Station und Drohungen in Arztpraxen: Gewalt gegen medizinisches Personal ist längst kein Randphänomen mehr, sondern für viele Beschäftigte trauriger Alltag in niedersächsischen Kliniken. Anlässlich des Europäischen Aktionstages gegen Gewalt im Gesundheitswesen am 12. März warnt der Marburger Bund Niedersachsen vor einer gefährlichen Normalisierung dieser Zustände.
Gewalt gegen Ärzt*innen: Der Marburger Bund Niedersachsen fordert eine Null-Toleranz-Strategie.
Gewalt gegen Ärzt*innen: Der Marburger Bund Niedersachsen fordert eine Null-Toleranz-Strategie.

Die Zahlen sind alarmierend: Umfragen zeigen regelmäßig, dass ein Großteil der Ärzt*innen sowie des Pflegepersonals bereits Opfer verbaler oder physischer Gewalt geworden ist. Die psychischen Folgen für die Betroffenen sind gravierend - und verschärfen den ohnehin bestehenden Fachkräftemangel zusätzlich. 

Der Marburger Bund Niedersachsen sieht sowohl die Arbeitgeber als auch die Politik in der Pflicht. Häufig fehlen präventive Sicherheitskonzepte, ausreichendes Sicherheitspersonal und eine konsequente strafrechtliche Verfolgung der Taten. 

Andreas Hammerschmidt, Zweiter Vorsitzender des Marburger Bundes Niedersachsen, betont: „Es ist unerträglich, dass Menschen, die tagtäglich Leben retten und die Gesundheit anderer schützen, selbst zur Zielscheibe von Aggressionen werden. Gewalt darf niemals Teil des Berufsrisikos sein. Wir erleben eine gesellschaftliche Verrohung, die auch vor der Krankenhaustür nicht Halt macht. Wer bei der Ausübung seines Berufs angegriffen wird, braucht den vollen Rückhalt des Arbeitgebers und des Rechtsstaates. Wir fordern eine lückenlose Erfassung jedes Vorfalls und eine konsequente Null-Toleranz-Politik. An der niedersächsischen Bundesratsinitiative für eine Strafverschärfung bei entsprechenden Vorfällen zeigt sich, dass ein grundsätzlicher politischer Wille des Landes vorhanden ist. Wir fordern, dass nicht nachgelassen wird, sondern noch weitere Initiativen folgen."

Der Marburger Bund Niedersachsen fordert:

  • Verpflichtende Sicherheitskonzepte: flächendeckende Installation von Notrufsystemen und Einsatz von geschultem Sicherheitspersonal in Risikobereichen wie Notaufnahmen.
  • Deeskalationstrainings: regelmäßige, vom Arbeitgeber finanzierte Fortbildungen für das gesamte medizinische Personal.
  • Juristischer Beistand: eine niedrigschwellige und rechtssichere Meldestelle für Übergriffe sowie kostenlose juristische Unterstützung für betroffene Ärzt*innen durch die Kliniken.
  • Gesellschaftliche Sensibilisierung: eine klare Kommunikation gegenüber der Öffentlichkeit, dass Gewalt gegen Beschäftigte im Gesundheitswesen strafrechtliche Konsequenzen hat.

„Wir können es uns schlichtweg nicht leisten, dass motivierte Kolleg*innen den Dienst quittieren, weil sie sich an ihrem Arbeitsplatz nicht mehr sicher fühlen“, so Hammerschmidt abschließend.

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