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  • „Medizinstudierende im PJ nicht ausklammern“

    Pressemitteilung
    Prioritäre Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2
    11.Januar 2021
    Medizinstudierende im letzten Jahr ihrer Ausbildung, dem Praktischen Jahr (PJ), sind in Universitätskliniken und Akademischen Lehrkrankenhäusern auch in Notaufnahmen und auf Intensivstationen tätig – in Vollzeit und bei allenfalls geringer Aufwandsentschädigung. Trotzdem wird ihnen jetzt in vielen dieser Kliniken eine prioritäre Impfung gegen das Coronavirus verwehrt. Dies widerspricht nicht nur der Intention der Coronavirus-Impfverordnung, es ist auch gegenüber den Betroffenen und den Patientinnen und Patienten nicht zu rechtfertigen.

    „PJler nehmen Blut ab, legen Zugänge und führen körperliche Untersuchungen durch. Das alles geschieht zwangsläufig bei engerem Körperkontakt und nicht mit einem Abstand von 1,5 Metern. In Notaufnahmen sowie auf Infektions- und Intensivstationen sind sie genauso wie Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegende einem potenziell hohen Expositionsrisiko ausgesetzt. Genau dieser Personenkreis hat nach der Impfverordnung Anspruch auf Schutzimpfungen mit höchster Priorität. Medizinstudierende im PJ dürfen davon nicht ausgeklammert werden. Wir fordern die Kliniken auf, ihnen einen gleichberechtigten Zugang zur Impfung gegen SARS-CoV-2 zu ermöglichen“, erklärte Philipp Schiller, Vorsitzender des Sprecherrates der Medizinstudierenden im Marburger Bund.

    Auch wenn Medizinstudierende aufgrund ihres Alters ein geringeres Risiko für einen schweren Verlauf hätten, sei es doch angesichts möglicher Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung nicht zu verantworten, ihnen vorerst keine Gelegenheit zu geben, sich selbst vor einer Infektion im Krankenhaus zu schützen. Es ergebe auch medizinisch keinen Sinn, bestimmte Einzelpersonen in einem gemeinsamen medizinischen Team ungeimpft zu lassen.

    „Wer an der Behandlung potenziell infektiöser Patienten mitwirkt und an vorderster Stelle mithilft, die Folgen der Pandemie zu bewältigen, muss auch bei den Impfungen gleichberechtigt berücksichtigt werden“, forderte Schiller.