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  • Füreinander einstehen

    Hauptversammlung Niedersachsen
    11.Mai 2022
    Hannover
    (swa). Auf persönliche Begegnungen mussten die Beteiligten der niedersächsischen Hauptversammlung im dritten Pandemiejahr erneut verzichten. Im Vorfeld hatte sich die Mehrheit der Delegierten angesichts der unsicheren Entwicklung für ein Online-Format am 27. April ausgesprochen. Abstimmungen wurden elektronisch vorgenommen.  
    Die Hauptversammlung des Marburger Bundes Niedersachsen tagte am 27. April erneut digital.
    Die Hauptversammlung des Marburger Bundes Niedersachsen tagte am 27. April erneut digital.

    „Wir wollen alles dafür tun, durch unsere Veranstaltung den hohen Ausfallzahlen und der Ihnen bekannten Personalsituation in den Krankenhäusern keinen Vorschub zu leisten“, betonte der Erste Vorsitzende des Landesverbandes, Hans Martin Wollenberg. 

    Zu Beginn gedachten die Delegierten der seit der letzten Hauptversammlung verstorbenen Kolleg*innen.  

    Mit rund 80 Teilnehmenden war der virtuelle Raum erneut gut gefüllt. 

    „So macht Berufspolitik gemeinsam Spaß!“, betonte Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin und MB-Mitglied Dr. Martina Wenker in ihrem Grußwort. Dr. Wenker dankte für die gute und wichtige Zusammenarbeit von MB und Kammer. In Hinsicht auf die Pandemie kritisierte sie, diese werde vor allem auf dem Rücken der im Gesundheitswesen Tätigen, insbesondere der jungen Ärzt*innen ausgetragen und verdeutlichte: „Wir brauchen Zeit für die Patientenversorgung – wann, wenn nicht jetzt!“ 

    Die MB-Bundesvorsitzende Dr. Susanne Johna lenkte in ihrem Grußwort den Blick zunächst auf den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine: „Wir helfen Menschen, wir versorgen Menschen – egal welcher Nationalität, egal wie sie zu uns kommen. Das ist unser Anspruch und dem werden wir sicher gerecht werden. Wir hoffen sehr, dass mehr Korridore geschaffen werden, um Verletzte aus dem Land hinauszubringen. Als MB stehen wir auch für die Humanität in der Versorgung.“ Viele MB-Mitglieder brächten sich hier bereits ein. 

    Dr. Johna forderte zudem einheitliche Grundstrukturen der Krankenhausfinanzierung. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern ergäben keinen Sinn. Die Vorhaltekosten der Krankenhausfinanzierung müssten der entscheidende Punkt der Finanzierung sein. 

    Im Zusammenhang mit dem am gleichen Tag vorgestellten MB-Stufenkonzept kritisierte sie: „Es kann nicht so weitergehen, dass ärztliche Arbeitszeit verschwendet wird, wo sie nicht notwendig ist.“ Gerade angesichts des Fachkräftemangels sei ein optimaler Einsatz des vorhandenen Personals erforderlich. „Als MB stehen wir für Konzepte von denjenigen, die die Versorgung machen“ betonte sie. 

    Der Landesvorsitzende Hans Martin Wollenberg machte in seinem Tätigkeitsbericht dem Unmut über den politisch gewollten Ausschluss von Ärzt*innen von Corona-Prämien Luft: „Wir im Krankenhaus arbeiten im Team!“ Alle Mitarbeitenden hätten die Wertschätzung durch eine Pandemie-Prämie verdient. 

    „Medizinische Versorgung ist Daseinsvorsorge und bedarf einer ausreichenden Finanzierung, sowohl im Hinblick auf gesicherte Investitionen, insbesondere im Krankenhaussektor, als auch durch Ausbildung und Beschäftigung von ausreichend Personal“, appellierte Wollenberg.

    Neben pandemiespezifischen Maßnahmen erwarte der MB von dieser und der künftigen Landesregierung einen entschlossenen Einsatz und klare Entscheidungen, unter anderem für eine Stärkung des ÖGD durch einen arztspezifischen Tarifvertrag.

    Die ärztliche Weiterbildung im stationären Bereich müsse als zentraler Bestandteil einer kontinuierlich qualitätsgesicherten Behandlung durch Vorhaltung ausreichender personeller und zeitlicher Ressourcen durch sanktionierbare Personalbemessung anerkannt und gestärkt werden. Das bedeute auch, dass ärztliche Führung weiterhin gleichberechtigt neben Ökonom*innen und Jurist*innen präsentiert sein müsse. 

    Wollenberg bedauerte, dass es noch keine einheitliche MB-Linie oder erkennbare Strategie für den zukünftigen Umgang mit dem Dritten Weg gebe. „Wir vertreten aber die Auffassung, dass wir uns für unsere Mitglieder zumindest momentan noch in vorhandenen Strukturen engagieren müssen.“ Im weiteren Verlauf forderten die Delegierten die Abschaffung des Dritten Weges. 

    Niedersachsens Ärzt*innen seien bereit, füreinander und für ihre Interessen einzustehen, das habe die erfreuliche Beteiligung von über 500 Mitgliedern am VKA-Warnstreik nur wenige Wochen zuvor noch einmal verdeutlicht. 

    Mit einem Blick auf das niedersächsische Tarifgeschehen und dem Dank an ehren- und hauptamtliche Mitstreiter*innen beschloss Wollenberg seinen Bericht. 

    Als nächster großer inhaltlicher Punkt auf der Tagesordnung folgte der Blick auf die aktuellen VKA-Verhandlungen und aktuelle Themen und Verhandlungen in weiteren Tarifbereichen. Hierzu durfte die Hauptversammlung den stellvertretenden Hauptgeschäftsführer der Marburger Bund Bundesverbandes, Christian Twardy, begrüßen. 

    Neben der Befassung mit dem Haushalt des Landesverbandes entlastete die Hauptversammlung im weiteren Verlauf Vorstand und Geschäftsführung.