• Krankenhaus Holzminden geschlossen

    Erst gerettet – und dann doch nicht
    01.Dezember 2023
    Hannover (swa).
    Erst gerettet – und dann doch nicht: Das Agaplesion Evangelisches Krankenhaus Holzminden ist seit Ende November geschlossen. Mit 12 Millionen Euro wollten Stadt und Kreis das Haus mit 40 der bisher 180 Betten weiter betreiben. Doch da waren zu viele der dafür nötigen Mitarbeitenden schon weg und die personellen Voraussetzungen für ein Fortbestehen der Klinik nicht mehr gegeben: Mehr als 120 der rund 400 Beschäftigten hätten gekündigt, hieß es, darunter viele Ärzt*innen. In den entscheidenden Schlüsselpositionen habe eine Erosion von Mitarbeitenden eingesetzt, die sich nicht mehr kompensieren ließe.
    Insolvenz
    Insolvenz

    „Die Insolvenz des Krankenhauses in Holzminden ist ein Negativbeispiel, wie ohne die jetzt notwendige, aber vom Bundesgesundheitsminister bisher verweigerte finanzielle Absicherung der Krankenhäuser Veränderungen im Gesundheitswesen völlig unstrukturiert ablaufen. Der Marburger Bund bleibt dabei: In der jetzigen schwierigen finanziellen Situation der Krankenhäuser besteht dringender Handlungsbedarf. Die Krankenhäuser müssen finanziell unterstützt werden!“ forderte Hans Martin Wollenberg, Erster Vorsitzender des Marburger Bundes Niedersachsen.

    „Das plötzliche Aus in Holzminden zeigt, wie die Transformation im Krankenhaussektor nicht funktionieren kann: ein plötzliches Ende von Krankenhäusern, keine geplanten Übergänge und am Ende viele Fragezeichen. Ohne ein Vorschaltgesetz, das den Krankenhäusern finanziell unter die Arme greift, werden im Zweifelsfall auch Krankenhäuser, die wir für die Versorgung dringend brauchen, nicht überleben, weil ihre finanzielle Not zu groß ist. Der Bund muss handeln!“, appellierte Andreas Hammerschmidt, Zweiter Vorsitzender des Landesverbandes. „Zudem brauchen wir einen Transformationsfonds, der die Veränderungen im Krankenhaussektor finanziert. Strukturveränderungen finanzieren sich nicht selbst, sondern müssen finanziert werden.“

    Betroffene Mitglieder können sich zwecks Unterstützung an den Landesverband wenden. Die MB-Jurist*innen prüfen die neuen Arbeitsverträge oder Arbeitszeugnisse im Rahmen der Mitgliedschaft kostenlos und stehen bei weiteren Fragen beratend zur Seite.