Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Änderungen durch das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz in Thüringen bereits spürbar sind, etwa durch Klinikschließungen und Umstrukturierungen. Die Politik bleibt also gefordert: Viele Erwartungen und Versprechen seien bislang nicht ausreichend erfüllt worden, um den sicheren Weiterbetrieb der Krankenhäuser sowie eine verlässliche regionale Patientenversorgung zu gewährleisten. Für die Kliniken in Thüringen und damit auch für die Mitglieder zeichnen sich weitere große Herausforderungen und Änderungen ab, wie bspw. auch im Bereich der Weiterbildung: „Hier stellt sich für uns als MB auch die Frage der Bezahlung, denn eins ist klar: Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung dürfen ambulant nicht schlechter vergütet werden als im stationären Bereich. Auch hier gilt, dass unsere Tarifverträge die Messlatte sind“, betonte Dr. Roy.
Die Ergebnisse der Tarifverhandlungen in den Jahren 2024 und 2025 im regionalen Bereich sind insgesamt positiv zu bewerten. „Dass wir hier in Thüringen erfolgreiche und zukunftsweisende Tarifarbeit leisten, haben wir immer wieder bewiesen“, erklärte Dr. Sebastian Roy. Gleichzeitig gestalteten sich die Verhandlungen angesichts der Folgen der vergangenen Jahre und der wirtschaftlich angespannten Lage vieler Klinikträger teilweise schwierig. Auch wenn nicht alle Ziele erreicht werden konnten, orientierten sich die Ergebnisse am bundesweiten Niveau.
Die Öffentlichkeitsarbeit stellte die neue MarburgerBund App vor, die kurz vor dem Start steht und einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung darstellt. Mit ihr können Mitglieder jederzeit und ortsunabhängig auf relevante Informationen zugreifen und sich aktiv am Verbandsleben beteiligen. Die App bietet zahlreiche Funktionen – von individuell zugeschnittenen Nachrichten über die Möglichkeit, Rechtsanfragen zu stellen, bis hin zum bequemen Lesen der MBZ auf mobilen Geräten oder im Web. Auch direkte Chats mit Vertreter*innen des Landesverbands sind integriert. Die MarburgerBund App soll die Kommunikation weiter verbessern, indem sie Informationen schneller, gezielter und näher an den Bedürfnissen der Mitglieder bereitstellt.
Wie zu jeder Landesversammlung üblich, wurden die Haushaltsabrechnungen der letzten zwei Jahre sowie der aktuelle Haushaltsplan diskutiert. Die Teilnehmer der Landesversammlung beschlossen eine neue Beitragsordnung, wodurch die Beiträge für ordentliche Mitglieder 2027 geringfügig und in der Beitragsgruppe 5 deutlicher erhöht werden. Mit den Erhöhungen wird einerseits den gestiegenen Kosten sowie den zu erwartenden Kostensteigerungen entgegengewirkt; doch auch der erhöhte Beratungsaufwand einzelner Beitragsgruppen wurde hierbei berücksichtigt und angepasst. Für die nächsten Jahre soll Beitragsstabilität erreicht und auf weitere Erhöhungen verzichtet werden, solange dies wirtschaftlich für den Verband vertretbar ist.
Ein wesentlicher Fokus der diesjährigen Landesversammlung lag auf der Änderung der Satzung sowie der Ausgliederung des Rechtsschutzes für Mitglieder in eine gesonderte Rechtsschutzordnung. Dieser Schritt war für den Verband dringend erforderlich. Die Landesversammlung diskutierte dies ausführlich und beschloss sowohl die entsprechende Satzungsänderung als auch die Rechtsschutzverordnung einstimmig.
Zudem thematisierten die Teilnehmer die aktuelle bundesweite MB-Befragung „Machtmissbrauch & sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“. Auch die großen Herausforderungen in der Weiterbildung infolge der Veränderungen durch das KVVG wurden intensiv diskutiert.
„Die Zeit ist gekommen, gemeinsam den Weg weiterzugehen sowie unsere Arbeit weiterhin engagiert fortzusetzen und auszubauen“, bekräftigte der 1. Vorsitzende, Dr. Sebastian Roy, abschließend.
Alle Beschlüsse im Wortlaut sind hier veröffentlicht.
