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  • Dringender Appell des MB Bayern: Auch die öffentliche Hand muss sich an Verabredungen halten

    Pressemitteilung
    Vierte Welle gefährdet adäquate Gesundheitsversorgung – Tarifvertrag wird von kommunalen Arbeitgebern ignoriert
    27.August 2021
    In den vergangenen Monaten hat die Versorgung der Corona-Patienten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den bayerischen Kliniken bis an ihre Belastungsgrenzen - und teilweise auch darüber hinaus - in Anspruch genommen. Die Ärztinnen und Ärzte sind schlicht und einfach erschöpft. Bislang hatten sie auch keine Chance sich zu erholen. Ganz im Gegenteil: kaum sank die Zahl der an Corona Erkrankten, setzen die Kliniken alles daran, von der Pandemie und ihrer Bekämpfung verursachten Umsatzeinbußen auch durch Mehrarbeit wieder wettzumachen. Die bereits vor der Pandemie bestehende chronische Überlastung der Ärzteschaft hat sich daher in den letzten Wochen spürbar verschärft.
    Auch die öffentliche Hand muss sich an Verabredungen halten
    Auch die öffentliche Hand muss sich an Verabredungen halten

    Hier muss – auch im Hinblick auf die nach den Sommerferien drohende vierte Corona-Welle – schnell gegengesteuert werden, mahnt der Marburger Bund Bayern in einer Stellungnahme. Als erste, sehr naheliegende Maßnahme könnten sich die Arbeitgeber endlich an die von ihnen unterschriebenen Tarifverträge halten. So hat der Marburger Bund bereits im vorletzten Jahr mit den kommunalen Arbeitgebern zum Teil tiefgreifende Reformen bei Arbeitszeiterfassung, Dienstplanung und Dienstzeiten vereinbart, die allesamt der Entlastung der Ärztinnen und Ärzte dienen, an die sich aber ein großer Teil der kommunalen Krankenhäuser bis heute nicht gebunden fühlen.

    „Wir reden hier wohlgemerkt von geltendem Tarifrecht, das von kommunalen Arbeitgebern und damit von der öffentlichen Hand ignoriert bzw. gebrochen wird. Ausgerechnet jene öffentliche Hand, die ansonsten die Prozessionsfahne der Einhaltung von Gesetzen fest umklammert hält, verstößt flächendeckend gegen rechtsgültige Verträge“, empört sich Dr. Andreas Botzlar, Vorsitzender des Marburger Bundes Bayern, über diesen skandalösen Zustand. Die Geringschätzung des Tarifvertrages durch die Arbeitgeberseite habe in dieser strukturellen Form eine ganz neue Qualität und stehe in absolutem Widerspruch zu den politischen Sonntagsreden, in denen das medizinische Personal ansonsten stets über die Maßen für seinen Einsatz im Rahmen der Pandemiebekämpfung gelobt werde. Der MB Bayern fordert die öffentliche Hand auf, ihren fortgesetzten Wortbruch zu beenden und sich endlich an die getroffenen Vereinbarungen zu halten.

    Kontakt:

    Marburger Bund Bayern
    Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

    Karin Lange
    Tel.: 0175-4124336
    presse@mb-bayern.de

    Der Marburger Bund ist der Verband aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte. Mit rund 127.000 Mitgliedern ist er der größte deutsche Ärzteverband mit freiwilliger Mitgliedschaft und Deutschlands einzige Ärztegewerkschaft.