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  • Für eine zukunftsorientierte Krankenhausstruktur in Bayern

    Pressemitteilung
    Die Chance zum lösungsorientierten Diskurs nutzen
    18.Juli 2019
    Die medial ausgetragene Diskussion zur Struktur der stationären Versorgung in Deutschland erreicht mit der Veröffentlichung der Bertelsmann Studie und der sie begleitenden Stellungnahmen einen erneuten Höhepunkt. Entsprechend weit fallen die Einschätzungen auseinander, ob und was sich an der Krankenhausstruktur ändern sollte. In der Bevölkerung wurde damit gleichermaßen Betroffenheit und erhebliche Verunsicherung ausgelöst. Zur vermeintlichen Verbesserung der Patientenversorgung vorgetragene wohlgemeinte aber allzu einfache Vorschläge verkennen oft deren Nebenwirkungen im komplexen Gefüge eines Gesundheitssystems.
    Für eine zukunftsorientierte Krankenhausstruktur in Bayern
    Für eine zukunftsorientierte Krankenhausstruktur in Bayern

    „Seit Jahrzehnten wird steuernd in die Patientenversorgung und deren Finanzierung eingegriffen. Wir haben in Deutschland – dahingestellt, ob deswegen oder trotzdem – immer noch ein sehr gutes Versorgungsniveau. Aber die Meldungen zu Allokationsproblemen, Fachkräftemangel, überlasteten Klinikmitarbeitern, überlaufenen Notaufnahmen und unzumutbaren Wartezeiten bei Facharztterminen nehmen immer mehr zu.“ resümiert Dr. Andreas Botzlar, Vorsitzender des Marburger Bund Bayern. „Bei uns verteidigte jede ehemalige Kreisstadt ihr Krankenhaus, das die Gebietsreform der 70er Jahre überlebt hat. Auch daraus ergeben sich für Bayern Strukturprobleme“.

    Das Leistungsvermögen und der Spezialisierungsgrad der Medizin nahmen in den letzten Jahren stark zu, fast im gleichen Maße wie Informationsgrad und Ansprüche der Patienten. Demographie und Mobilität der Bevölkerung verändern sich kontinuierlich. Aber die Krankenhausstruktur konnte mit diesen Veränderungen nicht annähernd Schritt halten. Maßstab für die Vorhaltung von stationären Versorgungseinrichtungen müsse der tatsächliche Versorgungsbedarf sein. „Wettbewerbsorientierte Gewinnerzielungsabsichten gepaart mit Kirchturmpolitik zu Lasten von Pateinten und medizinischem Personal dürfen in der Krankenhausstrukturplanung keinen Platz haben!“ fordert der bayerische MB-Vorsitzende. Vielmehr müsse man die Chance nutzen, mit allen Beteiligten ohne Denkverbote alle Lösungsvorschläge zu diskutieren, um – wo immer nötig auch durch Reorganisation – eine zukunftsorientierte Krankenhausstruktur in Bayern schaffen zu können.

    Daher wünsche sich Dr. Botzlar weniger laute Extremposition, um unnötige Emotionalisierung in der Debatte und Widerstände zu vermeiden. Sonst würden die dringend notwendigen Reformen blockiert und dem ehrlichen Bemühen um eine Verbesserung der Patientenversorgung geschadet. Der Marburger Bund, als Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Bayern, wird in den nächsten Wochen im Rahmen einer Umfrage, Ideen und Meinungen seiner Mitglieder zu den Denkanstößen und Kritikpunkten der Bertelsmann Studie erheben und diese in den Diskurs um eine zukunftsorientierte Krankenhausstruktur einbringen.

    Marburger Bund Bayern 
    Pressestelle

    Vanessa Schmidt
    Bavariaring 42 - 80336 München
    Tel.: 089 / 45205010

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    www.mb-bayern.de

    Mobil: 0175 / 1643966

    Der Marburger Bund ist der Verband aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland. Mit rund 120.000 Mitgliedern ist er die größte Ärzteorganisation mit freiwilliger Mitgliedschaft in Europa und Deutschlands einzige Ärztegewerkschaft. In Bayern sind im Landesverband gut 20.000 Mitglieder organisiert.