Stellenabbau am UKR gefährdet Versorgung und ärztliche Ausbildung

Pressemitteilung
Offener Brief der Medizinstudierenden bestätigt die Befürchtungen
29.Juli 2026
München/Regensburg
Der Marburger Bund Bayern solidarisiert sich ausdrücklich mit den Medizinstudierenden und ihren Forderungen nach einem Stopp des Stellenabbaus sowie einer verlässlichen Sicherung der Ausbildungsqualität. Der Offene Brief der Fachschaft Humanmedizin Regensburg e.V. und der Fachschaft Medizincampus Niederbayern e.V. macht deutlich, wie gravierend die Folgen der angekündigten Reduzierung ärztlicher Stellen am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) für Patientenversorgung, Lehre und Forschung wären.
Ärztinnen in Ausbildung
Ärztinnen in Ausbildung

„Wer heute ärztliche Stellen an einem Universitätsklinikum abbaut, gefährdet nicht nur die Patientenversorgung, sondern auch die Ausbildung der Ärztinnen und Ärzte, die wir morgen dringend brauchen“, erklärt Dr. Andreas Botzlar, Vorsitzender des Marburger Bundes Bayern. „Die Studierenden sprechen ein Problem an, vor dem wir seit Langem warnen. Deshalb unterstützen wir ihre Forderungen ausdrücklich.“

In ihrem Offenen Brief an Gesundheitsministerin Judith Gerlach und Wissenschaftsminister Markus Blume, der dem Marburger Bund Bayern vorliegt, weisen die Studierenden darauf hin, dass bereits heute im Klinikalltag häufig die notwendige Zeit für praktische Anleitung, Lehre am Patientenbett und eine individuelle Betreuung fehlt. Der geplante Stellenabbau würde diese Entwicklung weiter verschärfen.

Mehr Medizinstudierende und gleichzeitig weniger ärztliches Personal

Besonders widersprüchlich ist die Situation aus Sicht des Marburger Bundes Bayern mit Blick auf den Medizincampus Niederbayern. Ab dem kommenden Wintersemester beginnt dort die erste Kohorte den klinischen Studienabschnitt. Nach Angaben der Fachschaften müssen dadurch am Standort Regensburg künftig rund 100 zusätzliche Studierende pro Jahr betreut werden – ein Anstieg von rund 50 Prozent.

„Mehr Medizinstudierende auszubilden und gleichzeitig ärztliche Stellen abzubauen, ist ein eklatanter Widerspruch. Wer so handelt, bekämpft den Ärztemangel nicht, sondern verschärft ihn sehenden Auges“, so Botzlar.

Der Marburger Bund Bayern teilt deshalb die Forderung der Studierenden, dass die steigenden Anforderungen in der medizinischen Ausbildung zwingend mit einer entsprechenden personellen Ausstattung einhergehen müssen.

Sparpolitik darf den Ärztemangel nicht verschärfen

Der Marburger Bund Bayern hat bereits mehrfach vor den Folgen des Stellenabbaus am UKR gewarnt. Besonders kritisch bewertet der Verband, dass Einsparungen offenbar über das Auslaufen befristeter ärztlicher Arbeitsverträge erreicht werden sollen.

„Bayern investiert in zusätzliche Medizinstudienplätze, um dem Ärztemangel entgegenzuwirken. Dann muss der Freistaat auch dafür sorgen, dass diese Studierenden unter guten Bedingungen ausgebildet werden können“, betont Botzlar. „Es kann nicht sein, dass der Ausbau des Medizinstudiums durch Personalabbau an den Universitätskliniken konterkariert wird.“

Freistaat muss Verantwortung übernehmen

Der Marburger Bund Bayern unterstützt den Appell der Studierenden an die Bayerische Staatsregierung ausdrücklich. Gesundheitsministerin Judith Gerlach und Wissenschaftsminister Markus Blume stehen gemeinsam in der Verantwortung, die Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige medizinische Ausbildung und eine sichere Patientenversorgung dauerhaft sicherzustellen.

„Eine gute medizinische Ausbildung braucht ausreichend Ärztinnen und Ärzte, die neben der Patientenversorgung auch Zeit für Lehre und Anleitung haben. Wer den Ärztemangel nachhaltig bekämpfen will, darf an den Universitätskliniken nicht am ärztlichen Personal sparen.