Die Bundesregierung müsse im Zusammenwirken mit ihren europäischen Partnern dafür sorgen, dass Plattformbetreiber ihrer Verantwortung für die Verbreitung betrügerischer Gesundheitsinhalte nachkommen. „Für Medfakes, die ärztliche Identitäten oder Empfehlungen vortäuschen, sind leicht zugängliche Meldeverfahren sowie eine zügige Prüfung und Entfernung erforderlich. Gegen die erneute Verbreitung bereits erkannter Fälschungen müssen finanziell wirksame Strafmaßnahmen ergriffen werden. Betroffene Ärztinnen und Ärzte dürfen mit der Abwehr des Missbrauchs ihrer Identität nicht allein bleiben.“
Die Bundesregierung wird zudem aufgefordert, sich auf europäischer Ebene für einheitliche, verbindliche Offenlegungs- und Transparenzpflichten für sogenannte Medfluencer einzusetzen. Wer öffentlich medizinische Empfehlungen verbreitet, müsse seine fachliche Qualifikation und kommerzielle Interessenkonflikte klar erkennbar ausweisen.
Verlässliche Gesundheitsinformationen müssten dort präsent sein, wo Menschen medizinischen Rat suchen. Deshalb sollten öffentliche und ärztliche Informationsangebote stärker dabei unterstützt werden, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich und für soziale Medien geeignet aufzubereiten. Ziel sollte es sein, dass Patientinnen und Patienten zuverlässige Informationen leichter finden und deren Aussagekraft besser beurteilen können. Dazu gehöre auch, Grenzen des Wissens offenzulegen und deutlich zu machen, wann eine individuelle ärztliche Beratung erforderlich ist. „Die Maßnahmen gegen Desinformation müssen die freie wissenschaftliche Diskussion wahren und begründete fachliche Kontroversen von gezielter Täuschung unterscheiden“, forderte die Hauptversammlung.
