Marburger Bund: Social Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahre

Bund und Länder müssen suchterzeugende Wirkung anerkennen
09.Mai 2026
Hannover
Der Marburger Bund fordert die Bundesregierung und die Bundesländer dazu auf, umfassende Maßnahmen zum Gesundheitsschutz von Kindern und Jugendlichen in Bezug auf Social Media zu ergreifen. Für Kinder und Jugendlichen bis zum Alter von 16 Jahren sollte ein allgemeines Social Media-Angebot gelten, forderte die 147. Hauptversammlung des Marburger Bundes in Hannover.
147. Hauptversammlung in Hannover
147. Hauptversammlung in Hannover

Bund und Länder müssten die suchterzeugende Wirkung von Social Media-Angeboten anerkennen und umfassende gesundheitliche Aufklärung betreiben. Die Plattformbetreiber sollten Social Media-Angebote nur ohne Mechanismen mit süchtig machenden Funktionen betreiben dürfen. Zudem müssten sie offenlegen, wie die angewandten Algorithmen ihrer Social Media-Angebote funktionieren. Es bedürfe einer klaren gesetzlichen Regulierung zur Haftung von Plattformbetreibern, die zugleich auch Beschränkungen von Social Media-Angeboten ermögliche. 

Darüber hinaus müssten Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen im Umgang mit Social Media gestärkt werden. Die Bundesregierung sollte sich bei der Gesetzgebung an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation orientieren und eng mit den europäischen Partnern zusammenarbeiten, um eine einheitliche und europaweite Strategie zu entwickeln.

„Auch Ärztinnen und Ärzte in Schleswig-Holstein beobachten zunehmend die gesundheitlichen Folgen eines übermäßigen Social-Media-Konsums bei Kindern und Jugendlichen“, sagte Michael Wessendorf, Vorsitzender des Marburger Bundes Schleswig-Holstein. „Dazu gehören psychische Belastungen, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und ein steigender sozialer Druck. Kinder und Jugendliche brauchen Räume für eine gesunde Entwicklung – dazu gehört auch ein verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Angeboten. Deshalb ist es richtig, dass der Gesundheitsschutz junger Menschen bei der Regulierung von Social Media stärker in den Mittelpunkt rückt.“