Mentale Gesundheit

Psychische Belastungen gehören für viele Ärztinnen und Ärzte zum Berufsalltag. Hohe Verantwortung, Zeitdruck, emotionale Ausnahmesituationen, Personalmangel und zunehmende Bürokratie prägen die Arbeit in Kliniken und Praxen. Gleichzeitig besteht in der Medizin häufig noch die Erwartung, dauerhaft belastbar zu funktionieren. Über eigene Erschöpfung, Überforderung oder psychische Belastungen offen zu sprechen, fällt vielen schwer – auch aus Sorge vor Stigmatisierung oder beruflichen Konsequenzen.

Dabei ist seelische Gesundheit eine zentrale Voraussetzung für gutes ärztliches Arbeiten, für Patientensicherheit und für langfristige Berufsbiografien in der Medizin. Umso wichtiger ist es, das Thema sichtbarer zu machen, Austausch zu ermöglichen und eine offenere Kultur im Umgang mit psychischer Belastung zu fördern.
MENT.IN.MED

Jetzt anmelden zur Veranstaltung: „Mentale Gesundheit von Ärztinnen und Ärzten: Belastung, Stigma und Wege zur Unterstützung“'
(Die Veranstaltung richtet sich sowohl an Mitglieder des Marburger Bundes als auch an Nicht-Mitglieder)

Mit MENT.IN.MED startet der Marburger Bund Schleswig-Holstein eine langfristig angelegte Initiative zur seelischen Gesundheit von Ärztinnen und Ärzten. Ziel ist es, psychische Belastungen im ärztlichen Berufsalltag stärker in den Fokus zu rücken, Stigmatisierung abzubauen und Impulse für einen offeneren Umgang mit mentaler Gesundheit in der Medizin zu geben.

Die Initiative möchte das Thema fachlich fundiert, praxisnah und berufspolitisch relevant begleiten. Dabei geht es nicht nur um individuelle Belastbarkeit, sondern auch um Arbeitsbedingungen, Führungskultur, Teamkommunikation und die Frage, wie ein gesundes Arbeiten im Gesundheitswesen langfristig ermöglicht werden kann.

„Mit MENT.IN.MED wollen wir das Thema aus der Tabuzone holen und dauerhaft auf die Agenda setzen. Wer täglich Verantwortung für andere übernimmt, braucht selbst gesunde Arbeitsbedingungen und einen offenen Umgang mit psychischer Belastung“, sagt Victoria Witt, Vorstandsmitglied im Marburger Bund Schleswig-Holstein.

„Viele Ärztinnen und Ärzte erleben, dass sie funktionieren müssen – oft über die eigenen Grenzen hinaus. Gleichzeitig fehlt es vielerorts noch an einer offenen Kultur, in der Belastung angesprochen werden kann. Genau hier möchten wir ansetzen“, ergänzt ihre Vorstandskollegin Sylvia Hakimpour-Zern.

Auftaktveranstaltung im Rahmen der Woche der Seelischen Gesundheit

Den Auftakt von MENT.IN.MED bildet am 7. Oktober 2026 eine digitale Veranstaltung im Rahmen der bundesweiten Reihe DocSteps Digital unter dem Titel:

„Mentale Gesundheit von Ärztinnen und Ärzten: Belastung, Stigma und Wege zur Unterstützung“

Die Veranstaltung beleuchtet die psychische Belastung im Arztberuf aus unterschiedlichen Perspektiven und thematisiert unter anderem psychotherapeutische Aspekte, Präventionsansätze sowie Unterstützungsangebote. Zudem soll diskutiert werden, wie mehr Offenheit im Umgang mit psychischer Belastung im medizinischen Alltag gelingen kann.

Im Anschluss an die Fachimpulse sind die Teilnehmenden eingeladen, sich an einer moderierten Diskussion zu beteiligen und eigene Fragen einzubringen.

Die Veranstaltung richtet sich an Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen und Karrierestufen, Medizinstudierende sowie Akteurinnen und Akteure im Gesundheitswesen.

Jetzt anmelden!

Veranstaltungsdaten
7. Oktober 2026
19:00 bis 20:30 Uhr

Programm 
19:00 – 19:04 Uhr Begrüßung durch Landesvorstand Schleswig-Holstein, 
anschließend Moderation durch Dr. med. Victoria Witt (Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie) 

9:05 – 19:27 Uhr Impulsvortrag Dr. med. Maxi Braun
Zwischen Zahlen und Schemata: 
Ärztegesundheit verstehen – Fakten, Muster und Resilienz

19:28 – 19:47 Uhr Impulsvotrag Dr. med. Astrid Freisen 
„Ich muss funktionieren“: 
Stigma, Schweigekultur und warum Ärztinnen und Ärzte keine Hilfe suchen

20:48 – 20:07 Uhr Impulsvortrag Dr. med. Andreas Schießl
Gemeinsam stark: Chancen kollegialer Unterstützung und konkrete Hilfsangebote für Ärztinnen und Ärzte

20:08 – 20:30 Uhr Moderierter Austausch und Diskussion mit Möglichkeit Fragen zu stellen

 

Information zu den Referierenden und Vortragsinhalte:  

Dr. med. Maxi Braun
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Fachärztin für Psychotherapeutische Medizin, Supervisorin, IFA- und Selbsterfahrungsleiterin (VT), Webseite: www.drmaxibraun.de

Inhalte des Impulsvortrages: 
Prävalenzen psychischer Erkrankungen im Arztberuf und Ergebnisse aktueller Untersuchungen (u. a. MeND-Studie). Zusammenhang zwischen psychischer Belastung, Versorgungsqualität und Berufsausstieg. Typische innere Muster wie Perfektionismus, hohe Ansprüche und Selbstaufopferung, deren Zusammenhang mit Berufswahl und psychischer Vulnerabilität, Warnzeichen psychischer Überlastung sowie konkrete Strategien zu Resilienz und Selbstfürsorge – ergänzt durch Erfahrungen aus der psychotherapeutischen Behandlungspraxis.

Dr. med. Astrid Freisen
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Buchautorin, im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen sowie Referatsleitung „Selbst betroffene Profis“ der DGBS, Webseite: https://dgbs.de/ 

Inhalte des Impulsvortrages:
Stigma gegenüber psychischen Erkrankungen im ärztlichen Umfeld. Selbststigmatisierung und implizite Erwartungen innerhalb der Medizin. Angst vor Konsequenzen für Karriere, Approbation und Ansehen. Erfahrungsperspektive selbst betroffener Ärztinnen und Ärzte. Bedeutung von Offenheit, Vorbildern und Kulturwandel.

Dr. med. Andreas Schießl
Facharzt für Anästhesiologie mit Zusatzbezeichnung Notfallmedizin
Vorstandsmitglied PSU Akut e. V., Webseite: https://psu-akut.de/ 

Inhalte des Impulsvortrages:
Vorstellung bestehender Unterstützungsangebote (Peer-Support-Systeme in Kliniken und Studium, Angebote der Kammern). Chancen kollegialer Unterstützung bei schwerwiegenden Ereignissen im Gesundheitswesen und Vorstellung der PSU HELPLINE. Erfahrungen aus der Praxis.