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  • Arbeitgeber mauern – Hängepartie dauert an!

    Mitgliederinformation | Ärztinnen und Ärzte der Medizinischen Dienste (MD) und des Medizinischen Dienstes Bund (MD Bund)
    20.Oktober 2022
    Am 19. Oktober fand die inzwischen dritte Verhandlungsrunde zwischen MD/MD Bund und Marburger Bund in Hannover statt. Zu Beginn der Gespräche stellten die Arbeitgeber folgendes neues Angebot vor:
    • rückwirkend zum 1. Juli 2022 eine lineare Steigerung der Entgelte um 3,2 Prozent
    • ab dem 1. Juli 2023 eine weitere Steigerung der linearen Entgelte um 2,5 Prozent
    • eine steuer- und sozialabgabenbefreite Einmalzahlung in Höhe von insgesamt 1.500€. Offen blieb, zu welchem Zeitpunkt die Zahlung erfolgen soll und ob sie womöglich in zwei Tranchen gezahlt werden würde
    • eine Laufzeit von insgesamt 21 Monaten bis zum 31. März 2024

    MB-Gegenangebot

    Dieses Angebot ist nach wie vor erheblich von der Forderung des MB nach einer Steigerung der Tabellenwerte um insgesamt 9,5 Prozent (für ein Jahr) entfernt. Gleichwohl zeigte sich die MB-Verhandlungskommission kompromissbereit und machte ihrerseits der Arbeitgeberseite ein modifiziertes Angebot: Eine Steigerung der Entgelte um mindestens sechs Prozent bei einer Laufzeit von einem Jahr wäre eine Basis auf der wir uns den zielgerichteten Fortgang der Verhandlungen vorstellen könnten. Auf dieser Grundlage könnte sodann auch über eine zusätzliche Kompensation in Form einer steuerfreien Prämie oder ähnliches verhandelt werden.

    Die Arbeitgeber nahmen das so modifizierte Gegenangebot lediglich entgegen. Sie sahen sich aber aus organisatorischen Gründen nicht in der Lage, dies zu berechnen und oder zu bewerten. Ein neues eigenes Angebot legten sie im weiteren Fortgang der Gespräche nicht vor.

    Bewertung

    Das vorgelegte Angebot bleibt – nach wie vor – hinter unseren Erwartungen zurück. Allein die angebotene Laufzeit ist deutlich länger als bei den vorangegangenen Tarifabschlüssen der letzten Jahre; und dies in einer Zeit, die bei allen Beschäftigten bei einer wirtschaftlich volatilen Lage zu zunehmender Verunsicherung führt. Wir halten daher eine deutlich kürzere Laufzeit für vernünftig, um angemessen auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung reagieren zu können. Daneben braucht es ein deutliches lineares Lohnplus, um auf die derzeitig gravierende Inflation angemessen zu reagieren.

    Wie geht’s weiter?

    Wir führen die Verhandlungen am 21. November fort. Bereits eine Woche zuvor werden die übrigen beim MD vertretenen Gewerkschaften die Gespräche fortsetzen. Unser klares Ziel ist eine echte und nachhaltige Verbesserung der Einkommen für Ärztinnen und Ärzte in wirtschaftlich unruhigen Zeiten. Klar ist aber auch – einen Abschluss „unter Wert“ wird es mit uns nicht geben!