Ärzte: Einsparmöglichkeiten durch Abbau von Bürokratie nutzen

Pressemitteilung
Krankenkassen von versicherungsfremden Leistungen entlasten
09.Mai 2026
Der Marburger Bund fordert, die von den gesetzlichen Krankenkassen getragenen Gesundheitskosten von Grundsicherungsempfängern in Höhe von zwölf Milliarden Euro umgehend auszugleichen. „Staatliche Aufgaben wie versicherungsfremde Leistungen, die weit über die Ausgaben für Empfänger von Grundsicherung hinausgehen und mit ca. 60 Milliarden Euro die Krankenkassen belasten, sind aus Steuern zu finanzieren und können nicht den Beitragszahlern eines solidarischen Krankenversicherungssystems aufgebürdet werden“, heißt es in einem Beschluss der 147. Hauptversammlung in Hannover.
147. Hauptversammlung des Marburger Bundes in Hannover
147. Hauptversammlung des Marburger Bundes in Hannover

Die im Regierungsentwurf für das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz vorgesehenen Ausgabenkürzungen würden in der geplanten Größenordnung zu qualitativen Einschnitten in der Versorgung führen, kritisiert der Verband der angestellten Ärztinnen und Ärzte. Statt einer strukturierten Krankenhausreform würde dadurch die „kalte Strukturbereinigung“ beschleunigt. „Am Ende fehlen dann genau die Strukturen, die für eine flächendeckende Versorgung dringend gebraucht werden“, so die Delegierten.

Die Ärztegewerkschaft appellierte an den Gesetzgeber, endlich Einsparmöglichkeiten durch Bürokratieabbau zu nutzen. Das GKV-Sparpaket sieht im Gegensatz dazu Regelungen vor, die zu einer erneuten Ausweitung von Bürokratie im Gesundheitswesen führen. Das betreffe insbesondere die ausufernden Verfahrensregelungen zu den Prüfungen der Krankenkassen und der Medizinischen Dienste, zum geplanten obligatorischen Zweitmeinungsverfahren vor Operationen und zur vorgesehenen Teilkrankschreibung. „Diese Regelungen binden Personal im Übermaß und kosten unnötig Geld“, erklärten die Delegierten