Besonders deutlich wird das in der Präventionspolitik. In zentralen Bereichen wie Tabak-, Alkohol- und Ernährungspolitik liegt Deutschland im europäischen Vergleich weit hinten. Wirksame Präventionsmaßnahmen werden nur zögerlich umgesetzt, obwohl ihr Nutzen für Gesundheit und Kostenentwicklung gut belegt ist.
Mehr als 300 Milliarden Euro geben die Krankenkassen jährlich aus. Rund 97 Prozent dieser Mittel fließen in die Behandlung und Verwaltung von Krankheiten. Prävention bleibt im Finanzierungssystem die Ausnahme.
Gesundheit entsteht aber lange vor dem Arztbesuch. Sie wird geprägt in Kitas und Schulen, in Betrieben und Quartieren sowie durch politische Rahmenbedingungen. Prävention ist daher keine individuelle Zusatzaufgabe, sondern eine zentrale gesundheitspolitische Gestaltungsfrage.
Wie kann der Wandel hin zu einem präventionsorientierten Gesundheitssystem gelingen?
Welche Instrumente sind wirksam und warum werden sie bislang nicht konsequent genutzt?
Diesen Fragen widmet sich die aktuelle Ausgabe der Diskussionssendung MB DIREKT des Marburger Bundes.
Es diskutieren:
Dr. Susanne Johna
1. Vorsitzende, Marburger Bund Bundesverband
Johannes Wagner, MdB
Mitglied des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages und Berichterstatter für Public Health, Gesundheitsförderung und Prävention, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Dr. Gisela Nellessen-Martens
Geschäftsführerin, Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V.
Oliver Huizinga
Abteilungsleiter Prävention, AOK-Bundesverband
Moderation
Sabine Rieser
Fachjournalistin für Sozial- und Gesundheitspolitik
