• Externe Studienlage

    Verschiedene Studien zeigen, dass sexualisierte Belästigung und Diskriminierung im medizinischen Umfeld keine Seltenheit sind. Befragungen an den baden-württembergischen Universitätskliniken und an Schweizer Hospitälern dokumentieren Häufigkeit, Folgen und Risikofaktoren und verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf.
    Studie zu sexueller Belästigung und Diskriminierung an vier baden-württembergischen Universitätskliniken (2022)

    Eine Tätigkeit in der medizinischen Versorgung ist mit einem erhöhten Risiko verbunden, sexuelle Belästigung zu erfahren. Zwar deuten Studien auf eine hohe Prävalenz in Deutschland hin, doch fehlen bislang multizentrische Untersuchungen, die auch Pflegekräfte einbeziehen. Die Folgen sexueller Belästigung reichen von physischen und psychischen Belastungen bis zu Problemen im Arbeitsumfeld. Diese groß angelegte, multizentrische Querschnittsstudie ist die erste, die die Häufigkeit sexueller Belästigung unter Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften in der akademischen Medizin in Deutschland systematisch untersucht. Grundlage für die Studie waren Befragungen an den vier baden-württembergischen Universitätskliniken. Aus den Ergebnissen folgte eine Kampagne, die sich gegen sexualisierte Belästigung an den Universitätskliniken richtet.

    Studie zur sexuellen Belästigung in Schweizer Hospitälern (2025)

    Forschende des Universitätsspitals Lausanne (CHUV) befragten in Zusammenarbeit mit dem Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und ‑ärzte (vsao) Ärztinnen und Ärzte in Schweizer Hospitälern. Knapp ein Drittel des ärztlichen Personals hat schon einmal sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erlebt, oft sogar mehrfach. Gemeldet wird ein Großteil der Fälle jedoch nicht – und wenn doch, hat die Meldung in einem von drei Fällen keinerlei Maßnahmen zur Folge. Das sind wesentliche Ergebnisse der Schweizer Studie.