Tarifvertrag ist bindend – auch am HBK Zwickau

Arbeitgebergespräch
24.Juli 2026
Der Marburger Bund Sachsen hat im Februar dieses Jahres gemeinsam mit dem Betriebsrat die Mitglieder am Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau zu Arbeitszeiterfassung und Dienstplanung befragt. Die Ergebnissen offenbaren Handlungsbedarf. Nun fand dazu ein Gespräch mit dem HBK-Management statt.

Der Marburger Bund Sachsen hat im vergangenen Februar gemeinsam mit dem Betriebsrat die Mitglieder am Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau (HBK) zu Arbeitszeiterfassung und Dienstplanung befragt. Die Umfrage sollte Rückschlüsse darauf zulassen, ob das HBK den geltenden Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern (TV-Ärzte/VKA) korrekt umsetzt. Die Ergebnisse zeigten Handlungsbedarf: Bei vielen Befragten lagen die Anzahl der Bereitschaftsdienste
pro Monat und die Arbeitsbelastung über den Vorgaben des Tarifvertrags.

In einem gemeinsamen Termin mit dem Betriebsrat sowie Vertreterinnen und Vertretern des Managements am 9. Juli 2026 forderte Steffen Forner, Geschäftsführer
des MB Sachsen, die Verantwortlichen des HBK zur konsequenten Einhaltung des Tarifvertrags auf. Besonders intensiv diskutierten die Beteiligten darüber, wie die tarifliche Vorgabe von höchstens vier Vordergrund-Bereitschaftsdiensten pro Monat praktisch eingehalten werden kann. Ein fünfter Dienst darf nur einmal im Quartal
geplant werden. In dieser Frage stärkte der MB Sachsen dem Betriebsrat den Rücken.

Dieser ist rechtlich verpflichtet, unabhängig von individuellen Dienstplanwünschen die ärztlichen Dienstpläne nach Prüfung nur dann freizugeben, wenn sie dem TV-Ärzte/VKA entsprechen. Trotz unterschiedlicher Positionen verlief das Gespräch konstruktiv und sachlich. Auch Detailfragen zur tarifgerechten Dienstplanung
konnten geklärt werden. Die vertraglichen Arbeitszeiten aller Ärztinnen und Ärzte inklusive Opt-out-Vereinbarungen werden kurzfristig im Dienstplanungsprogramm
hinterlegt. So können die Arbeitszeitgrenzen direkt im System überprüft werden. Alle Teilnehmenden vereinbarten, zur Umsetzung des TV-Ärzte/VKA weiter im Gespräch zu bleiben.