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  • VKA provoziert Eskalation

    Über die dritte Verhandlungsrunde am 16. und 17. Dezember und das völlig inakzeptable und provokante „Angebot“ der Arbeitgeberseite hatten wir berichtet. Zwischenzeitlich haben wir uns mit Ihnen in zwei weiteren Netzwerktreffen ausgetauscht und auch ausdrücklich bestätigt bekommen, woran wir ohnehin keine Zweifel hatten: Ihre Aktionsbereitschaft ist ausgeprägt vorhanden. Allein die Teilnehmerzahl jeweils im deutlich dreistelligen Bereich war beeindruckend und zeigt, wie sehr die Verhandlungen und das brüskierende „Angebot“ der VKA die Ärztinnen und Ärzte vor Ort bewegt. In einer außerordentlichen Sitzung der Großen Tarifkommission haben wir nunmehr über die Stimmung in der Ärzteschaft und den Umgang mit dem Angebot der VKA beraten.
    Wie ist die Stimmung in der Mitgliedschaft?

    „Völlig inakzeptabel“, „unverschämt“, „eine nie dagewesene Provokation“ und „eine Beleidigung unserer Arbeit“ sind nur einige Stimmen, die im Rahmen der Netzwerktreffen fielen. Wenn die Arbeitgeberseite durch ihr Vorgehen eines geschafft hat, dann ist es die kampfbereite Geschlossenheit, dieser Provokation die Stirn zu bieten!

    Ein Angebot,

    • das in keiner Weise die Forderungen und Erwartungen der Ärzteschaft aufgreift,
    • das stattdessen bei einer zunehmenden Arbeitsverdichtung im ärztlichen Bereich bereits vereinbarte erste Schritte zu einer Entlastung rückgängig macht und sogar verschlechtert,
    • das zu einem Zeitpunkt, an dem erstmals nach langen Jahren wieder eine signifikante Steigerung der Teuerungsrate festzustellen ist, eine Nullrunde vorsieht –

    ein solches Angebot ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten und drückt in erster Linie fehlende Wertschätzung für die Arbeit der Ärztinnen und Ärzte aus!

    Dass die Ärzteschaft bereit ist, darauf mit aller entschlossenen Härte zu reagieren, darüber gab es keine zwei Meinungen. Und dies bedeutet, dass nun verbandsintern die Vorbereitungen für Warnstreiks und Streiks getroffen werden.

    Wie geht es jetzt weiter?

    Offenbar nimmt die Arbeitgeberseite an, dass Ärztinnen und Ärzte in der Pandemie schlicht nicht streiken können und versucht so die momentane Lage für Ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Mit dem Versuch, verschiedene Verbesserungen, die Sie in der letzten Tarifrunde -auch durch Ihre beeindruckende Teilnahme an den Warnstreikmaßnahmen- erreicht haben, abzuräumen, provoziert die VKA aber bewusst eine Eskalation der Tarifverhandlungen. Natürlich sieht die Ärzteschaft ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft im Allgemeinen und den Patienten im Besonderen während der schlimmsten Gesundheitskrise seit Jahrzehnten. Sie ist sich allerdings auch Ihrer eigenen Wirkmächtigkeit ausgesprochen bewusst und nicht bereit, das verantwortungslose Agieren der Arbeitgeber mit einem irgendwie gearteten „Wohlverhalten“ zu unterstützen. Zwar räumen wir der VKA die Möglichkeit ein, ihre Position zu überdenken und in der nächsten und mutmaßlich letzten Verhandlungsrunde am 14. und 15. Februar endlich die Forderungen der Ärzteschaft aufzugreifen. Wir werden die Zeit bis dahin aber auch nutzen und die weitere Eskalation vorbereiten.

    Sie als Ärztinnen und Ärzte tun gerade das Möglichste, um sich den Auswirkungen der Pandemie zu stellen. Wenn sich demgegenüber die Arbeitgeber ihrer Verantwortung entziehen und, statt ernsthaft zu verhandeln, versuchen, die pandemische Lage für die Verschlechterung der tariflichen Bedingungen und eine faktische Entgeltreduktion zu nutzen, dann bleiben Arbeitskampfmaßnahmen unausweichlich. Auch in der Pandemie! Die Bereitschaft dazu ist enorm. Das haben unsere Netzwerktreffen gezeigt. Bereits jetzt hat sich die Große Tarifkommission auf eine weitere Sitzung in zeitlicher Nähe zur nächsten Verhandlungsrunde verständigt, um die notwendigen Beschlüsse zu fassen.

    Die Arbeitgeberseite sollte sich bewusst sein: Die Ärzteschaft ist entschlossen und bereit zu kämpfen!