Weiterbildung braucht klare ärztliche Haltung

Pressemitteilung
Positionspapier des Marburger Bundes fordert in 20 Punkten Neustrukturierung der Facharztweiterbildung
19.Mai 2026
Die fachärztliche Weiterbildung steht an einem „Scheideweg“. Personalmangel, Arbeitsverdichtung, ökonomischer Druck, Bürokratie, Ambulantisierung und die Folgen der Krankenhausreform erforderten Veränderungen sowohl im Bereich der Selbstverwaltung als auch bei den politischen Vorgaben. Zu diesem Befund kommt der Marburger Bund in seinem neuen Positionspapier, das die Delegierten auf der 147. Hauptversammlung in Hannover verabschiedet haben. Die ärztliche Weiterbildung soll danach „transparenter, verbindlicher, qualitativ hochwertiger und stärker auf die Versorgung der Zukunft bezogen“ werden und brauche eine klare ärztliche Haltung.
Weiterbildung braucht klare ärztliche Haltung
Weiterbildung braucht klare ärztliche Haltung

Aus Sicht des Marburger Bundes muss die „fachärztliche Weiterbildung in ihrer Struktur, in den Umsetzungsprozessen und in ihren Ergebnissen die nachfolgenden Punkte erfüllen, um auch zukünftig die medizinisch-ärztliche Versorgung sicherzustellen“, heißt es in dem Papier. Weiterbildung brauche mehr als gute Absicht. „Sie braucht Zeit, Verlässlichkeit, Qualität, Finanzierung und eine klare ärztliche Haltung.“ Das Positionspapier des Marburger Bundes führt 20 Punkte auf, um die notwendigen Änderungen der fachärztlichen Weiterbildung umzusetzen. 

Wesentliche Forderungen, mit denen der Marburger Bund die Weiterbildung neu ausrichten will, hat der 130. Deutsche Ärztetag in Hannover beschlossen. 

Mehrere Beschlüsse betreffen die allgemeinen Inhalte der Weiterbildung. Diese werden auf Basis der CanMEDS-Rollen neu strukturiert. Dabei handelt es sich um ein international etabliertes Kompetenzmodell, das ärztliche Haltungen und Rollen in den Mittelpunkt stellt. Die Neustrukturierung der allgemeinen und für alle Facharztweiterbildungen verbindlichen Weiterbildungsinhalte ist wegweisend: Zentrale ärztliche Haltungen und Rollen, etwa in Kommunikation und Teamarbeit, rücken stärker in den Mittelpunkt der Weiterbildung. Sie gelten erstmals nicht mehr als Zusatz zur Fachlichkeit, sondern sind fester Bestandteil ärztlicher Identität.

Eine aktive Überprüfung von Weiterbildungsstätten und Weiterbildungsumsetzungen vor Ort durch die Landesärztekammern im Rahmen ihrer hoheitlichen Aufgabe ist aus Sicht des Marburger Bundes unverzichtbar. Eine Auditierung der Weiterbildungsstätten durch die Landesärztekammern im Sinne eines systematischen, unabhängigen und dokumentierten Verfahrens zur Überprüfung, ob festgelegte Weiterbildungsanforderungen erfüllt werden, sollte anlassbezogen und in Stichproben erfolgen. Das diene dazu, Qualität zu sichern, Schwachstellen zu identifizieren und Verbesserungspotenziale aufzuzeigen.

Das Positionspapier des Marburger Bundes zur fachärztlichen Weiterbildung finden Sie auf der Website des Marburger Bundes.