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  • Aktive Mitarbeit des ÖGD notwendig

    Öffentlicher Gesundheitsdienst
    07.Dezember 2018
    Dresden
    In Sachsen sind derzeit ein Zehntel der Stellen im ÖGD unbesetzt. Doch das Problem wird sich künftig weiter verschärfen. In den nächsten 10 Jahren erreichen ein Drittel der heute im ÖGD beschäftigten Ärztinnen und Ärzte das Rentenalter. Dies ist nicht nur ein Problem für die Gesundheitsämter, sondern auf Grund der vielfältigen und wichtigen Aufgaben, die für die Bevölkerung bewältigt werden müssen, ein gesellschaftliches Problem.
    Sächsische ÖGD-Ärzte endlich nach Arzt-Tarifen bezahlen

    Der ÖGD Sachsen hat am 7. November mit einer Aktiven Mittagspause in Dresden auf diese Situation aufmerksam gemacht. Sabine Ermer, Landesvorsitzende des MB Sachsen und Vorstandsmitglied der Sächsischen Landesärztekammer, hat in ihrem Grußwort an die Ärztinnen und Ärztinnen betont, dass die Arbeitgeber ohne die aktive Mitarbeit des ÖGD und den starken Zusammenhalt einer Mitgliedergemeinschaft nicht auf die berechtigten Forderungen eingehen werden.

    „Ich kann Sie daher nur aufrufen, den jetzt eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu verfolgen: Werden Sie sichtbar! Machen Sie der Öffentlichkeit klar, wie viele Dinge auf der Strecke bleiben und welchen Verlust an Qualität es bedeutet, wenn die Aufgaben des ÖGD nur noch vereinzelt von ausgebildeten Ärzte übernommen werden.“, so Ermer gegenüber den demonstrierenden Ärzten. „DER MB sind vor allem engagierte Ärzte vor Ort. Und diese braucht es jetzt auch im ÖGD! Wir als Marburger Bund sind zur Zusammenarbeit bereit!“

    Auch auf seiner 134. Hauptversammlung in Berlin hat der Marburger Bund Landesregierungen und Kommunen dazu aufgefordert, Ärztinnen und Ärzten im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) endlich analog zu den Tarifverträgen für Ärzte in Krankenhäusern zu bezahlen.

    Grußwort der 1. Vorsitzenden an den ÖGD Sachsen

    Ein Arzt ist ein Arzt, ist ein Arzt! Warum sollte jemand mit einem abgeschlossenen Medizinstudium, der eine ärztliche Tätigkeit ausübt, nicht wie ein Arzt bezahlt werden? Weil er in einer Institution arbeitet, die Gesundheitsamt heißt? Trotz aller Kritik und Schelte hat Deutschland eines der besten Gesundheitswesen der Welt.

    Und das ist nicht nur ein Verdienst von Ärzten in den Kliniken und in der Praxis. Sie verzeihen mir, wenn ich hier und heute die nichtärztlichen Mitarbeiter nicht explizit erwähne. Das ist auch das Verdienst der im öffentlichen Gesundheitsdienst tätigen Ärzte. Wohin es geführt hat, Sie als Verwaltungsangestellte zu betrachten, spüren Sie täglich am deutlichsten – dem ÖGD geht er Nachwuchs aus.

    Wer sollte aber auch eine gut bezahlte Stelle im Krankenhaus gegen eine deutlich schlechter bezahlte Arbeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst tauschen? Hier müssen wir etwas tun!

    Die heutige Situation, die bessere Bezahlung der Ärzte in den Kliniken ist aber kein Geschenk des Himmels. Tarifverträge werden zwischen zwei Partnern geschlossen: dem Arbeitgeber bzw. dem Arbeitgeberverband und einer tariffähigen Gewerkschaft.

    Nach dem Willen des Gesetzes vertritt eine Gewerkschaft die Interessen ihrer Mitglieder und führt dazu Tarifverhandlungen. Dafür, dass es heute arztspezifische Tarifverträge gibt, sind 2005/2006 viele Kollegen der Unikliniken und der Krankenhäuser des VKA auf die Straße gegangen.

    Dabei waren Gehaltseinbußen und Karrierebrüche durchaus eingeschlossen. Und auch heute führen wir als Marburger Bund harte Tarifverhandlungen – die Mehrzahl der Kliniken in Sachsen gehört schon längst nicht mehr dem KAV Sachsen an. In jedem einzelnen Krankenhaus braucht es daher Kollegen, die mitarbeiten, um einen Haustarifvertrag zu bekommen.

    Mir gefiel die Bemerkung eines Kollegen neulich: DEN MB gibt es so gar nicht, es gibt engagierte Ärzte vor Ort. Und diese braucht es jetzt auch im ÖGD!

    Einen ersten wesentlichen Schritt hat der BVÖGD bereits mit dem Austritt aus der dbb Tarifunion getan. Das nächste Ziel wird es sein, den Tarifvertrag des VKA für die Ärzte des ÖGD zu öffnen. Das ist nicht leicht! Ohne ihre aktive Mitarbeit und den Zusammenhalt einer Mitgliedergemeinschaft werden die Arbeitgeber keine Veranlassung dafür sehen, auf ihre berechtigten Forderungen einzugehen.

    Ich kann Sie daher nur aufrufen, den jetzt eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu verfolgen: Werden Sie sichtbar! Machen Sie der Öffentlichkeit klar, wie viele Dinge  auf der Strecke bleiben und welchen Verlust an Qualität es bedeutet, wenn die Aufgaben  des ÖGD nur noch vereinzelt von ausgebildeten Ärzte übernommen werden.

    Wir als MB sind zur Zusammenarbeit bereit!

    Ihre Sabine Ermer