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  • Notfallversorgung

    Der Marburger Bund hält eine Neuordnung der Notfallversorgung für unabdingbar und hat hierzu im Mai 2017 Eckpunkte für eine Strukturreform der medizinischen Notfallversorgung vorgelegt. Eine solche Strukturreform im Sinne einer werteorientierten Patientenversorgung sollte dem Grundgedanken einer sektorenunabhängigen Herangehensweise folgen.

    Ziel muss es sein, die Notaufnahmen in den Krankenhäusern so zu entlasten, dass die dort tätigen Ärztinnen und Ärzte sich um die Patienten kümmern können, die auch wirklich eine Behandlung durch das Krankenhaus benötigen. Zusammen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat der Marburger Bund im September 2017 ein Konzept zur Reform der Notfallversorgung aus ärztlicher Perspektive erarbeitet, das Wege zu einer Neuordnung aufzeigt.

    Wichtige Ansatzpunkte des Konzepts sind die Einrichtung gemeinsamer Anlaufstellen von Vertrags- und Krankenhausärzten und eine Ersteinschätzung von Notfallpatienten auf der Grundlage eines einheitlichen standardisierten Systems. Zu diesen beiden Aspekten haben der Marburger Bund und die Kassenärztliche Bundesvereinigung am 21. Juni 2019 Gütekriterien vorgelegt, die notwendige Strukturen und Abläufe zentraler Anlaufstellen und Anforderungen an eine standardisierte Ersteinschätzung von Notfallpatienten definieren.

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    • GVWG – Marburger Bund gegen Salamitaktik Notfallreform

      Ende Oktober 2020 hat das Bundesministerium für Gesundheit den Referentenentwurf für ein Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) vorgelegt. Dieser beinhaltet als ein zentrales Element die Einführung eines bundesweit einheitlichen Ersteinschätzungsverfahrens in den Notaufnahmen der Krankenhäuser. Das Verfahren soll von der KBV im Benehmen mit der DKG und der GKV entwickelt werden und Voraussetzung für die Abrechnung ambulanter Notfallleistungen der Krankenhäuser im Rahmen des § 120 SGB V werden. Der Marburger Bund lehnt ebenso wie zahlreiche Verbände eine solche Salamitaktik der Notfallreform ab. Zur Reform der ambulanten Notfallversorgung wurde Anfang des Jahres 2020 ein Referentenentwurf vorgelegt, der auf Grund der Corona-Pandemie seit der Verbändeanhörung im Februar nicht weiter verfolgt worden ist. Systematisch unverständlich ist, warum anstelle eines schlüssigen Gesamtkonzeptes nunmehr das Ersteinschätzungsverfahren als ein zentraler Baustein im Alleingang herausgelöst aus einem Gesamtkonzept geregelt werden soll. Damit werden Pflöcke eingeschlagen und die Chance auf ein notwendiges integratives Gesamtkonzept vertan. Inhaltlich widerspricht die vorgesehene Regelung einer integrativen Notfallversorgung. Rechtlich problematisch sieht der MB Vorgaben der Kassenärztlichen Vereinigung für  Krankenhäuser, die lediglich im Benehmen mit den Vertretern der Krankenhausträger erfolgen sollen.

      Der Marburger Bund plädiert grundsätzlich für ein einheitliches Ersteinschätzungsverfahren in der ambulanten Notfallversorgung. Ein solches macht im Krankenhaus aber nur Sinn an gemeinsamen Anlaufstellen, wie im gemeinsamen Konzept von MB und KBV skizziert.