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  • Caritas Bundeskommission passt seit 2015 ärztliches Tarifrecht nicht mehr an - Missbrauch des Dritten Weges

    Dr. med. Hans-Albert Gehle: Wir fordern vollständige Übernahme des TV-Ärzte/VKA
    19.November 2019
    Trier (mhe). „Mit dem jüngsten Tarifabschluss für Ärzte an kommunalen Kliniken haben wir eine Zeitenwende eingeläutet. Sämtliche Anwesenheit in Kliniken muss manipulationsfrei erfasst werden. Die Zahl der Bereitschaftsdienste ist begrenzt, die Wochenenddienste sind reduziert, das Wochenende klar definiert und auch die Dienstpläne müssen frühzeitiger erfasst werden, sonst drohen finanzielle Sanktionen, sog. Strafzölle. Die kommunalen Kliniken müssen die vereinbarten Regelungen zur Absenkung der Gesamtarbeitslast umsetzen“, unterstrich Dr. med. Hans Gehle als Gastredner in der Bezirksversammlung Trier. Wann kommen diese neuen tariflichen Regelungen auch in konfessionellen Kliniken an? Angesichts der hohen Zahl an Kliniken in kirchlicher Trägerschaft in unserem Landesverband eine bedeutsame Frage.

    Die Diakonie hat jüngst beschlossen, den VKA-Abschluss ohne Abstriche zu übernehmen. „Das ist löblich. Nur die Caritas spielt wieder nicht mit! Seit 2015 passt die die Bundeskommission der Caritas das ärztliche Tarifrecht nicht mehr an. Der sog. Dritte Weg wird leider seit Jahren missbraucht. Fraglich ist, wie lange hält das kirchliche Arbeitsrecht überhaupt noch?“

    "Wenn der Dritte Weg überhaupt eine Rechtfertigung haben will, dann muss damit Schluss sein, dass die Dienstgeber ihn immer wieder zu Lasten der Mitarbeiter missbrauchen. Das ist keineswegs fair. Wir fordern die vollständige Übernahme der TV-Ärzte/VKA, wir akzeptieren keine Abstriche!", fordert Gehle.

    Ärztinnen und Ärzte in konfessionellen Krankenhäusern dürfen weder schlechter bezahlt werden noch schlechtere Arbeitsbedingungen haben. Dafür gibt es auch keinerlei sachlichen Grund, denn konfessionelle Kliniken finanzieren sich nicht anders als kommunale Kliniken!“, betont Dr. med. Hans-Albert Gehle.

    Unser Gesundheitswesen steckt in einer gewaltigen Krise: Zu wenige Investitionen, zu wenige Ärzte, zu wenig Pflegekräfte, zu hoher ökonomischer Druck, bei ständig steigenden Fallzahlen. Konsequenz: Die Arbeitsverdichtung für die Ärzteschaft nimmt immer weiter zu. Realität ist zudem, dass die Zahl an Ärztinnen und Ärzte, die mit dem Gedanken spielen, aus dem Beruf auszusteigen, stetig steigt, bilanzierte Dr. med. Hans-Albert Gehle. „Immer mehr Kollegen machen ihre private Arbeitszeitreform und reduzieren auf eine Teilzeitbeschäftigung. Das darf so nicht weiter gehen.“