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15. Mai 2026
Nach erklärenden Vorträgen und einer achtstündigen intensiven Debatte fiel gestern Abend beim 130. Deutschen Ärztetag in Hannover die zukunftsweisende Entscheidung zur Weiterentwicklung der ärztlichen Weiterbildung. „Mit diesen Beschlüssen entwickeln wir die ärztliche Weiterbildung gezielt weiter. Wir schärfen die Bildungssystematik, verschlanken die Weiterbildungsordnung, richten sie auf die Herausforderungen der Zukunft aus und vereinfachen gleichzeitig die Verwaltungsprozesse in den Ärztekammern spürbar“, bilanzierte Prof. Dr. med. Henrik Herrmann, Co-Vorsitzender der Ständigen Konferenz „Ärztliche Weiterbildung“ der Bundesärztekammer.
14. Mai 2026
Die neue Weiterbildungskultur nimmt Gestalt an. Was steht aber genau beim 130. Deutschen Ärztetag an? Was sind die Ziele der Weiterentwicklung? Die beiden Vorsitzenden der Ständigen Konferenz (Stäko) „Ärztliche Weiterbildung“ der Bundesärztekammer, Prof. Dr. med. Henrik Herrmann und Dr. med. Johannes Gehle erklärten in der mittäglichen Pressekonferenz des 130. Deutschen Ärztetages, worum es bei der Weiterentwicklung der im Jahr 2018 nach sechsjähriger Vorarbeit verabschiedeten (Muster-)Weiterbildungsordnung geht:
14. Mai 2026
Der 130. Deutsche Ärztetag hat den Gesetzgeber aufgefordert, die geplante Reform der Akut- und Notfallversorgung und des Rettungsdienstes praxistauglich zu gestalten. Ziel müsse es sein, beide Systeme konsequent von Fällen zu entlasten, die keine Notfallversorgung erfordern. Eine Voraussetzung für das Gelingen der Reform sei die verbindliche Nutzung der Zugangswege in die Versorgung und der vorgesehenen Behandlungspfade.
13. Mai 2026
Seit zwei Jahrzehnten leitet die Ärztin Dr. med. Katharina Schott eine der größten suchtmedizinischen Akutkliniken in Thüringen und erlebt täglich, wie groß der Versorgungsbedarf bei Suchterkrankungen ist. In Mühlhausen, mitten in Deutschland, wurde unter ihrer Führung seit 2005 die Klinik für Suchtmedizin konsequent ausgebaut: Die Bettenzahl stieg von 30 auf 85, eine eigene Substitutionsambulanz und eine Tagesklinik kamen hinzu. Trotzdem bleibt die Nachfrage höher als das Angebot: Mehr als 200 Menschen stehen auf Wartelisten, manche nehmen über 100 Kilometer Anfahrt in Kauf, um eine qualifizierte Entzugsbehandlung zu bekommen.
13. Mai 2026
Am zweiten Sitzungstages des 130. Deutschen Ärztetages in Hannover hat Prof. Dr. med. Hendrik Streeck, Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, einen grundlegenden Kurswechsel im Gesundheitssystem gefordert. In seinem Impulsreferat machte er deutlich, dass Prävention künftig das zentrale Leitprinzip sein müsse. „Wir müssen früher sehen, früher helfen und früher Verantwortung übernehmen“, betonte Streeck. Derzeit verhindere jedoch die bestehende Finanzierungslogik genau diesen Ansatz. Statt Vorbeugung zu fördern, werde vor allem die Behandlung bereits manifestierter Erkrankungen honoriert. „Prävention ist politisch unbequem, weil ihre Erfolge leise sind.“
13. Mai 2026
Die Wuppertaler Ärztin Dr. med. Christiane Groß M.A. hat bei der gestrigen Eröffnung des 130. Deutschen Ärztetages in Hannover die Paracelsus-Medaille erhalten. Christiane Groß, die seit Jahrzehnten ein sehr aktives Mitglied des Marburger Bundes Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz ist, habe sich durch jahrzehntelanges berufspolitisches Engagement, durch ihre Fachkompetenz und eine klare Haltung in herausragender Weise um die Ärzteschaft und das Gesundheitswesen in Deutschland verdient gemacht, heißt es in der Laudatio.
12. Mai 2026
Es ist unübersehbar, das Gesundheitswesen steht unter erheblichem finanziellen Druck. Der klassische Zielkonflikt zwischen der Finanzierung und der Versorgung benötigt eine Lösung. Die Ausgangslage ist komplex. „Es gibt einen Fachkräftemangel in vielen Versorgungsbereichen und wir sehen eine weitgehend unkoordinierte Inanspruchnahme medizinischer Leistung, insbesondere im ambulanten und stationären Bereich. Wer aber meint, diese Probleme durch zusätzliche Lasten auf der Versorgungsebene lösen zu können, verkennt den Ernst der Lage“, äußerte sich der Präsident der Bundesärztekammer Dr. med. Klaus Reinhard bei der Eröffnung des 130. Deutschen Ärztetages. Vielmehr müssten Einnahmen und Ausgaben der GKV wieder in ein ausgewogenes Verhältnis gebracht werden.
12. Mai 2026
Es ist gute Tradition, dass die amtierende Bundesgesundheitsministerin bei der Eröffnung des Deutschen Ärztetages ihre Gesundheitspolitik erläutern kann. In diesem Jahr ist dies kein leichtes Unterfangen, aber der seit gut einem Jahr amtierenden Ministerin Nina Warken ist bewusst, dass ihre Schonfrist vorbei ist. Warken verteidigte eingangs ihr umstrittenes Sparvorhaben, das Beitragsstabilisierungsgesetz, als alternativlos und angesichts der Finanzlage auch als unumgänglich.
11. Mai 2026
Die Ärztekammern stehen vor einem Generationenwandel. Es ist unerlässlich, die jungen Ärztinnen und Ärzte für ein Engagement in der ärztlichen Selbstverwaltung zu gewinnen. Ärztekammern leben vom persönlichen Engagement ihrer Kammermitglieder. Das diesjährige „Dialogforum“ im Vorfeld des 130. Deutschen Ärztetages in Hannover hat heute junge Ärztinnen und Ärzte eingeladen, um deren Erwartungen und Mitwirkungsmöglichkeiten auszuloten. Ein Grundsatz-Referat hielt Andrej Weissenberger, ein junger Arzt in Weiterbildung, der bereits Mitglied in der Fraktion des Marburger Bundes in der Vertreterversammlung der Ärztekammer Nordrhein ist.
09. Mai 2026
Die aktuelle Gesundheitspolitik macht vielen Menschen große Sorgen. Wohin steuert unser Gesundheitssystem? „Die Vielzahl an Gesetzen und Verordnungen, die über Jahre hinweggingen, wächst im Moment zu einer Sturzflut an. Wir haben es nicht mehr nur mit einzelnen Reformen zu tun, wie wir es aus den vergangenen Jahren kennen. Was wir gerade erleben, ist eine Verdichtung von Eingriffen, die alle gleichzeitig an zentralen Stellschrauben unseres Systems ansetzen“, äußerte sich die MB-Vorsitzende Dr. med. Susanne Johna in ihrer Eröffnungsrede der 147. Hauptversammlung in Hannover. "Kürzungen bei den Leistungserbringern sind kein abstraktes Problem – sie haben ganz konkrete Folgen für die Versorgung von Patientinnen und Patienten", warnte Johna.