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13. Mai 2026
Am zweiten Sitzungstages des 130. Deutschen Ärztetages in Hannover hat Prof. Dr. med. Hendrik Streeck, Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, einen grundlegenden Kurswechsel im Gesundheitssystem gefordert. In seinem Impulsreferat machte er deutlich, dass Prävention künftig das zentrale Leitprinzip sein müsse. „Wir müssen früher sehen, früher helfen und früher Verantwortung übernehmen“, betonte Streeck. Derzeit verhindere jedoch die bestehende Finanzierungslogik genau diesen Ansatz. Statt Vorbeugung zu fördern, werde vor allem die Behandlung bereits manifestierter Erkrankungen honoriert. „Prävention ist politisch unbequem, weil ihre Erfolge leise sind.“
13. Mai 2026
Die Wuppertaler Ärztin Dr. med. Christiane Groß M.A. hat bei der gestrigen Eröffnung des 130. Deutschen Ärztetages in Hannover die Paracelsus-Medaille erhalten. Christiane Groß, die seit Jahrzehnten ein sehr aktives Mitglied des Marburger Bundes Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz ist, habe sich durch jahrzehntelanges berufspolitisches Engagement, durch ihre Fachkompetenz und eine klare Haltung in herausragender Weise um die Ärzteschaft und das Gesundheitswesen in Deutschland verdient gemacht, heißt es in der Laudatio.
12. Mai 2026
Es ist unübersehbar, das Gesundheitswesen steht unter erheblichem finanziellen Druck. Der klassische Zielkonflikt zwischen der Finanzierung und der Versorgung benötigt eine Lösung. Die Ausgangslage ist komplex. „Es gibt einen Fachkräftemangel in vielen Versorgungsbereichen und wir sehen eine weitgehend unkoordinierte Inanspruchnahme medizinischer Leistung, insbesondere im ambulanten und stationären Bereich. Wer aber meint, diese Probleme durch zusätzliche Lasten auf der Versorgungsebene lösen zu können, verkennt den Ernst der Lage“, äußerte sich der Präsident der Bundesärztekammer Dr. med. Klaus Reinhard bei der Eröffnung des 130. Deutschen Ärztetages. Vielmehr müssten Einnahmen und Ausgaben der GKV wieder in ein ausgewogenes Verhältnis gebracht werden.
12. Mai 2026
Es ist gute Tradition, dass die amtierende Bundesgesundheitsministerin bei der Eröffnung des Deutschen Ärztetages ihre Gesundheitspolitik erläutern kann. In diesem Jahr ist dies kein leichtes Unterfangen, aber der seit gut einem Jahr amtierenden Ministerin Nina Warken ist bewusst, dass ihre Schonfrist vorbei ist. Warken verteidigte eingangs ihr umstrittenes Sparvorhaben, das Beitragsstabilisierungsgesetz, als alternativlos und angesichts der Finanzlage auch als unumgänglich.
11. Mai 2026
Die Ärztekammern stehen vor einem Generationenwandel. Es ist unerlässlich, die jungen Ärztinnen und Ärzte für ein Engagement in der ärztlichen Selbstverwaltung zu gewinnen. Ärztekammern leben vom persönlichen Engagement ihrer Kammermitglieder. Das diesjährige „Dialogforum“ im Vorfeld des 130. Deutschen Ärztetages in Hannover hat heute junge Ärztinnen und Ärzte eingeladen, um deren Erwartungen und Mitwirkungsmöglichkeiten auszuloten. Ein Grundsatz-Referat hielt Andrej Weissenberger, ein junger Arzt in Weiterbildung, der bereits Mitglied in der Fraktion des Marburger Bundes in der Vertreterversammlung der Ärztekammer Nordrhein ist.
09. Mai 2026
Die aktuelle Gesundheitspolitik macht vielen Menschen große Sorgen. Wohin steuert unser Gesundheitssystem? „Die Vielzahl an Gesetzen und Verordnungen, die über Jahre hinweggingen, wächst im Moment zu einer Sturzflut an. Wir haben es nicht mehr nur mit einzelnen Reformen zu tun, wie wir es aus den vergangenen Jahren kennen. Was wir gerade erleben, ist eine Verdichtung von Eingriffen, die alle gleichzeitig an zentralen Stellschrauben unseres Systems ansetzen“, äußerte sich die MB-Vorsitzende Dr. med. Susanne Johna in ihrer Eröffnungsrede der 147. Hauptversammlung in Hannover. "Kürzungen bei den Leistungserbringern sind kein abstraktes Problem – sie haben ganz konkrete Folgen für die Versorgung von Patientinnen und Patienten", warnte Johna.
07. Mai 2026
Knapp ein Drittel der Bürger in Deutschland nutzt Soziale Medien, um sich über gesundheitliche und medizinische Themen zu informieren. „Fehlinformationen und Desinformationen in den Sozialen Medien werden aber zu einer zunehmenden Herausforderung für die Gesundheit unserer Bevölkerung“, warnt der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Dr. med. Sven Dreyer. Gemeinsam mit der Ärztekammer Westfalen-Lippe startet die Ärztekammer Nordrhein eine lobenswerte Initiative, um qualifizierte, wissenschaftsbasierte Gesundheitsinformationen im Internet zu fördern. Sie loben für 2026 erstmals einen Medfluencer-Preis aus.
06. Mai 2026
Im vorigen Jahr haben sich insgesamt 432 Patientinnen und Patienten an den „Gemeinsamen Schlichtungsausschuss zur Begutachtung ärztlicher Behandlungen für Rheinland-Pfalz und das Saarland“ gewendet, die einen Behandlungsfehler vermuteten. In 53 Fällen ist ein Behandlungsfehler bestätigt worden, davon 43 Fälle in Rheinland-Pfalz. An den „Gemeinsamen Schlichtungsausschuss zur Begutachtung ärztlicher Behandlungen für Rheinland-Pfalz und das Saarland“ können sich Patientinnen und Patienten wenden, die in Rheinland-Pfalz und dem Saarland behandelt worden sind und einen ärztlichen Behandlungsfehler vermuten.
04. Mai 2026
Mehr als die Hälfte der Ärztinnen und Ärzte in Rheinland-Pfalz (54 Prozent) ist älter als 50 Jahre. Die Zahl geht aus der aktuellen Ärztestatistik (Stichtag 31.12.2025) der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz hervor. Die Altersverteilung der Statistik weist aus, dass 13.404 der insgesamt 25.025 Ärzte 50 Jahre oder älter sind. „Die Altersverteilung belegt, vor welchen Herausforderungen die Gesundheitsversorgung im Land steht“, sagt der Präsident der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, Dr. med. Günther Matheis: „Besonders in ländlichen Regionen müssen sich die Patienten auf weitere Wege in die Praxis einstellen.“
30. Apr 2026
Künstliche Intelligenz (KI) in der Medizin ist weder ein reiner Fluch noch ein Heilsbringer, sondern eher ein wirklich mächtiges Werkzeug. Die Entwicklung der KI ist rasant. Was KI in den nächsten Jahren können wird, ist nicht vorhersehbar, klar ist aber längst, dass KI als Schlüsseltechnologie unseren Alltag immer stärker beeinflussen wird, auch in der Medizin. „KI wird die Medizin in den kommenden Jahren fundamental verändern. Unsere ärztliche Profession wird in fünf Jahren mit KI eine komplett andere sein. Doch der entscheidende Erfolgsfaktor ist nicht mehr die reine Technik, sondern ihre verantwortliche Umsetzung.“ Diese Kernbotschaft stellte Dr. med. Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin, beim Berufspolitischen Abend des Marburger Bundes NRW/RLP in der 80. Fort- und Weiterbildungswoche auf Borkum heraus. Eine vielbeachtete, halbstündige Rede.