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    Minister Karl-Josef Laumann kündigt flächendeckende Einführung an Kliniken bis 2022 an
    08. Feb.
    Düsseldorf. Durch die flächendeckende Etablierung eines Systems der Portalpraxen sollen die überlasteten Notfallambulanzen in den Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen bis zum Jahr 2022 entlastetet werden. Darauf haben sich in NRW das Gesundheitsministerium, die beiden Kassenärztlichen Vereinigungen und Ärztekammern, die Krankenhausgesellschaft, die Apothekerkammern sowie die gesetzlichen Krankenkassen geeinigt und eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet.
    Ziel des Systems der Portalpraxen: Patienten werden in Krankenhäusern über einen zentralen Empfang („Ein-Tresen-Modell“) der Portalpraxis und ein strukturiertes Ersteinschätzungssystem zum richtigen Behandlungsort weitergeleitet − in die Notfalldienstpraxis der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, in die Notfallambulanz eines Krankenhauses oder in eine ambulante Arztpraxis zu den regulären Sprechzeiten.
    Dadurch soll ein schnellerer Zugang zur notwendigen medizinischen Versorgung erreicht und zugleich die stark steigende Inanspruchnahme in Klinikambulanzen und Notaufnahmen verringert werden.
    „Ich freue mich sehr, dass wir mit dem breiten Bündnis in der Verbesserung der Gesundheitsversorgung an einem Strang ziehen. Die Krankenhausambulanzen und Rettungsdienste werden heute immer mehr in Anspruch genommen. Gleichzeitig müssen Patienten dort zum Teil zu lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Der Reformbedarf ist also unübersehbar. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit der gemeinsamen Erklärung nun zügig die Notfallversorgung verbessern werden und nicht auf den Bundesgesetzgeber warten“, erklärt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.
    Hintergrund: Portalpraxen sind Notfalldienstpraxen, die räumlich und organisatorisch mit der Notfallambulanz eines Krankenhauses verknüpft sind. Über das „Ein-Tresen-Modell“ werden Patienten nicht mehr vor die Entscheidung gestellt, sich entweder an die Notfallambulanz des Krankenhauses oder an die Notfalldienstpraxis der Kassenärztlichen Vereinigungen wenden zu müssen.
    Nach dem Erstkontakt in der Portalpraxis erfolgt eine strukturierte Ersteinschätzung nach Schweregrad und Dringlichkeit der nötigen Behandlung. Im Anschluss erfolgt die Weiterbehandlung am richtigen Behandlungsort. Zudem sollen die Portalpraxen mit dem Apothekennotdienst verknüpft werden, um unnötig lange Wege bei der Medikamentenversorgung zu vermeiden.
    „Mit Blick auf die Inanspruchnahme der Notfallambulanzen der Krankenhäuser ist eine patientenorientierte Neuorganisation der Notfallversorgung dringend geboten. Portalpraxen und ein „Ein-Tresen-Modell“ sind – wie erfolgreiche Beispiele vor Ort in Krankenhäusern zeigen – eine Lösungsmöglichkeit“, betont Jochen Brink, Präsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen.
    „Portalpraxen eignen sich in unseren Augen sehr gut, um die Patientenversorgung außerhalb der regulären Sprechstundenzeiten zu optimieren. Daher freuen wir uns, unsere langjährigen Erfahrungen im erfolgreichen Aufbau und Betrieb von Portalpraxen nun einbringen zu können“, erklären Dr. Gerhard Nordmann, 1. Vorsitzender der KVWL und Dr. Frank Bergmann, 1. Vorsitzender der KVNO.
    Die beiden Präsidenten der nordrhein-westfälischen Ärztekammern, Dr. Theodor Windhorst (Westfalen-Lippe) und Rudolf Henke (Nordrhein), sprechen sich für eine sektorenübergreifende und patientengerechte Organisation der Notfallversorgung aus. „Vorgeschaltete Portalpraxen sind sicherlich das richtige Steuerungsinstrument, um zu einer Entlastung der stationären Notfallambulanzen zu kommen und die Patienten zügig zu versorgen", sagt Dr. Theodor Windhorst.
    „Ärztinnen und Ärzten aus Klinik und Praxis möchten im Sinne ihrer Patientinnen und Patienten noch enger zusammenarbeiten. Es ist gut, dass sich die Voraussetzungen dafür durch die Einführung von Portalpraxen verbessern und die Patienten ohne Umwege in die für sie passende Versorgungsebene kommen“, ergänzt Rudolf Henke.
    „Die Portalpraxen steuern die Patienten in die notwendige Behandlung“, betont für die gesetzlichen Krankenkassen Dirk Ruiss, Leiter des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) in Nordrhein-Westfalen. „Wir begrüßen die Lösung, weil sie schnell eine Reform der ambulanten Notfallversorgung ermöglicht.“
    „Von zentraler Bedeutung ist zudem die sichere, wohnortnahe Arzneimittelversorgung im Nacht- und Notdienst“, erklären Lutz Engelen, Präsident der AKNR und Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der AKWL. „Gemeinsam verbessern wir die Vernetzung von ärztlichem und apothekerlichem Notdienst und die gegenseitige Erreichbarkeit von Ärzten und Apothekern.“ Durch niederschwellige digitale Lösungen in den Notfallpraxen, wie sie derzeit modellhaft in Bochum und Detmold erprobt werden, könne die Versorgung patientenorientiert weiterentwickelt werden.
    Rudolf Henke kritisiert Zersplitterung der somatischen und psychischen Behandlungskompetenz
    07. Feb.
    Düsseldorf. Zu einer guten Versorgung von Patienten gehört es, sich bewusst um eine ganzheitliche, zwischen den Versorgungsebenen abgestimmte und koordinierte Behandlung zu kümmern. Anhand der aktuellen Pläne zur Reform der Notfallversorgung erleben wir gerade beispielhaft, wie schwierig es ist, unterschiedlich gewachsene Versorgungsstrukturen so zu harmonisieren, dass für den Patienten eine Versorgung aus einem Guss gelingt, die dann gleichzeitig auch den Ansprüchen einer effektiven und effizienten Nutzung von Ressourcen entspricht, schreibt Rudolf Henke im aktuellen Nordrheinischen Ärzteblatt. Und nun erfahren wir, dass mit dem am 3. Januar 2019 vorgelegten 76-seitigen Referentenentwurf zum „Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz“, der das bisherige „Psychotherapeutengesetz“ (PsychThG) ablösen soll, völlig ohne Not ein neues Berufsbild nicht mehr des Psychologischen Psychotherapeuten, sondern des Psychotherapeuten schlechthin geschaffen wird.
    Kommentar von Dr. med. Hans-Albert Gehle zu 100 Jahren Tarifautonomie
    07. Feb.
    Manchmal lohnt der Blick zurück, um Gegenwärtiges zu verstehen. Blicken wir auf ein Ereignis, das uns bis heute beschäftigt. Vor einhundert Jahren akzeptierten 21 Arbeitgeberverbände erstmals sieben Gewerkschaften als Vertreter der Arbeiterschaft an. Erst zwei Jahre zuvor hatte der Staat Gewerkschaften als legitime Vertreter der Arbeiter anerkannt. Dieses Recht mussten sich die Bürgerinnen und Bürger hart erkämpfen. Geschenke darf man sich auch heute nicht erhoffen.
    Kammerpräsident Dr. Theodor Windhorst kritisiert Gesetzespläne der Bundesregierung
    06. Feb.
    Münster. Deutliche Kritik an den aktuellen gesundheitspolitischen Gesetzesvorhaben der Bundesregierung übt der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. med. Theodor Windhorst. Sowohl bei dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) als auch bei dem Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz „bleibt der Gedanke einer ganzheitlichen Patientenversorgung auf der Strecke“, warnt Dr. med. Theodor Windhorst.
    Oberbürgermeisterin Henriette Reker erläutert ihre Idee einer Kölner Charité / Erfahrungen aus Berlin und Dortmund
    03. Feb.
    Köln (mhe). Wie sieht die Zukunft der hoch defizitären Kliniken der Stadt Köln aus? „Kann uns eine Sanierung aus eigener Kraft gelingen? Oder brauchen wir eine Fusion mit der Uniklinik Köln?“, mit diesen Worten eröffnete Michael Krakau, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes NRW/RLP den Informationsabend. Über 100 Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte hörten aufmerksam zu und belegten vor allem, dass großer Informationsbedarf bei den Mitarbeitern der Kölner Kliniken besteht. „Wir wollen das Thema aus verschiedenen Richtungen betrachten und hören, wie die Erfahrungen mit einer Sanierung und einer Fusion an anderen Orten sind.“
    Dr. med. Karlheinz Kurfess: „Die Zahl angestellter Ärztinnen und Ärzte steigt rapide!“
    02. Feb.
    Mainz (mhe). In der Welt der Niedergelassenen vollzieht sich ein beispielloser Wandel, der von einigen Beobachtern sogar als dramatische Entwicklung gekennzeichnet wird: Die Zahl der selbstständigen Niedergelassenen sinkt kontinuierlich. Gleichzeitig steigt die Zahl der angestellten Ärztinnen und Ärzte in Praxen und MVZ rapide. „Alleine in Rheinland-Pfalz wird in ein paar Jahren mehr als die Hälfte aller Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung angestellt tätig sein, zum überwiegenden Teil zudem nur in Teilzeit“, bilanzierte in Mainz Dr. med. Karlheinz Kurfess, ermächtigter Krankenhausarzt aus den Reihen des Marburger Bundes und stellv. Vorsitzender der Vertreterversammlung der KV RLP.
    Pressemitteilung
    Oberbürgermeisterin Reker erläutert ihre Pläne zur Gründung eines Kölner Klinikverbundes
    31. Jan.
    Köln. Der Marburger Bund begrüßt die Ankündigung der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, im Zuge der geplanten Gründung eines Kölner Klinikverbundes aus der Uniklinik Köln und den Klinken der Stadt Köln keine Arbeitsplätze abzubauen und auch keine Privatisierung zuzulassen. Diese Äußerungen machte Henriette Reker am gestrigen Abend bei einer Veranstaltung des Marburger Bundes in Köln zum Thema „Kommt die Kölner Charité?“. Henriette Reker versicherte, dass die bestehenden tariflichen Verträge der Beschäftigten nicht berührt würden. Zudem erteilte Reker den offenbar seit Jahren an einer Übernahme interessierten privaten Klinikkonzernen eine klare Absage.
    Bundesregierung hat sich beim Paragrafen 219a verständigt / Mehr Rechtsicherheit
    29. Jan.
    Der Entwurf, mit dem der Paragraf 219a ergänzt werden soll, sieht vor, dass Ärzte und Klinken öffentlich und sachlich - zum Beispiel auf der eigenen Internetseite - darüber informieren dürfen, dass sie straffreie Schwangerschaftsabbrüche nach § 218a Strafgesetzbuch vornehmen. Auch auf weitere Informationen von neutralen Stellen dürfen sie hinweisen, beispielsweise mit Links auf ihrem Internetauftritt. „Es muss möglich sein dürfen, betroffenen Frauen in schwierigen persönlichen Situationen sachgerechte Informationen zu geben“, betonte der Präsident der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, Dr. med. Günther Matheis. Dies fordert die Landesärztekammer bereits seit längerem gemeinsam mit dem Landesverband der Frauenärzte. "Der nun gefundene Kompromiss kann für mehr Rechtssicherheit sorgen. „Ärzte, die sachlich informieren, dürfen nicht unter Strafe gestellt werden und betroffene Frauen in einer persönlichen Notsituation müssen an die Informationen gelangen, die sie benötigen“, erklärt Matheis.
    Dr. Anja Mitrenga-Theusinger: Mit unserer Sachkenntnis können wir die Versorgungsstrukturen sichern und verbessern
    25. Jan.
    Von Dr. med. Anja Mitrenga-Theusinger
    Die zunehmend schwieriger werdenden Rahmenbedingungen des deutschen Gesundheitswesens erfordern eine kluge und weitsichtige ärztliche Vertretung. Die Ärztekammer Nordrhein ist eine moderne ärztliche Selbstverwaltung im Dienst der Gesundheit. Sie sorgt nicht nur für den innerärztlichen Zusammenhalt der mehr als 61.000 Ärztinnen und Ärzte in Nordrhein, sondern hat auch die gesundheitliche Versorgung von fast zehn Millionen Bürgern im Blick. Im Dialog mit Parlamenten, Parteien, Ministerien und Medien vertritt die Ärztekammer Nordrhein die Ärzteschaft nach außen. Dank ihrer Kompetenz in medizinischen und gesundheitspolitischen Fragen schafft sie sich in Stellungnahmen zu Gesetzentwürfen, Verordnungen und Ministerialerlassen einflussreich und fachkundig Gehör. 2019 wird ein neuer Krankenhausplan erarbeitet – eine Herausforderung für uns!
    Michael Krakau: Geben Sie dem Marburger Bund vor Ort ein Gesicht
    24. Jan.
    Köln (mhe). Die Vorbereitungen für die Neuwahl der 121 Delegierten der Kammerversammlung und der Vertreter in den 27 Kreisstellenvorständen der Ärztekammer Nordrhein laufen gut. „Zu Jahresbeginn haben bereits über 200 Ärztinnen und Ärzte für unsere Listen kandidiert. Das ist ein außerordentlich erfreuliches Zwischenergebnis“, zeigt sich Michael Krakau (2. Vorsitzender des Marburger Bundes NRW/RLP) erfreut. „Wir werben in den nächsten Wochen weiter intensiv für möglichst viele Kandidatinnen und Kandidaten“, kündet Krakau an. „Wir möchten möglichst aus allen Krankenhäusern und sonstigen ärztlichen Arbeitsstellen, wie den Gesundheitsämtern oder MVZ und Praxen, Ärztinnen und Ärzte gewinnen. Jeder Kandidat gibt dem MB vor Ort ein Gesicht. Das größte Hindernis bei der letzten Wahl war die noch zu geringe Beteiligung unserer Wählerschaft. Niedergelassene waren besser organisiert.“