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  • COVID-19-Register dient nicht nur als erfolgreiches Frühwarnsystem in RLP

    Zwischenergebnisse zur optimierten Behandlung vorgestellt
    16.November 2020
    Mainz/Ludwigshafen. Das bereits im Frühjahr ins Leben gerufene COVID-19-Register in Rheinland-Pfalz erfasst tagesaktuell Daten über die Zahl der Corona- Patienten in den rheinland-pfälzischen Krankenhäusern. „Die Daten aus dem Kapazitätsregister sind als Frühwarnsystem enorm wichtig. Sie bieten einen guten Überblick über die verfügbaren Kapazitäten der Krankenhäuser und ermöglichen uns, frühzeitig erforderliche gesundheitspolitische Schritte in die Wege zu leiten, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler bei der der Vorstellung der Zwischenergebnisse des COVID-19-Registers im Klinikum Ludwigshafen.

    Das Register wurde von dem Institut für Herzinfarktforschung (IHF) Ludwigshafen initiiert und wird durch das Land finanziell gefördert. Anders als im DIVI-Intensivregister werden auch Patienten auf Normalstationen, die den überwiegenden Teil der Corona-Patienten ausmachen, erfasst. Neben dem Kapazitätsregister umfasst das COVID-19-Register einen klinischen Teil.

    „Hierbei werden wichtige klinisch bedeutende Parameter wie das Alter, Begleiterkrankungen und Symptome der COVID-19-Patienten sowie wesentliche Behand­lungs­maßnahmen und Todesursachen seitens der teilnehmenden Kliniken erfasst. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können dazu beitragen, das Virus besser zu verstehen und die Behandlungsmaßnahmen zu optimieren“, hofft die Ministerin.

    Der Datenfundus ermöglicht es dem Institut für Herzinfarktforschung in Verbindung mit den Zahlen zum Infektionsgeschehen Prognosen über die weitere Entwicklung der Patientenzahlen anzustellen. Demnach ist in den nächsten Wochen mit einer deutlich ansteigenden Beanspruchung der Krankenhauskapazitäten zu rechnen.

    Infolge des erfolgten massiven Ausbaus der Intensivkapazitäten und der Qualifizierung weiteren Pflegepersonals für die Intensivstationen sind die rheinland-pfälzischen Krankenhäuser für die Herausforderungen gut gerüstet. Die Prognosen unterstreichen, dass die zu Monatsbeginn erfolgten Einschränkungen im öffentlichen Leben zur Eindämmung der Pandemie richtig und wichtig waren. Diese Maßnahmen wirken sich erst mit einem größeren Zeitverzug von mehreren Wochen auf die Patientenzahlen in den Krankenhäusern aus.

    Dr. Anselm Gitt, Studienleiter des Covid-19-Registers Rheinland-Pfalz stellte zentrale Ergebnisse des Registers vor: Insgesamt wurden 274 stationär behandelte COVID-19-Patienten dokumentiert. Das mittlere Alter der Patienten war 64 Jahre, nahezu 80 Prozent der Patienten waren älter als 50 Jahre, 59 Prozent waren Männer. Die stationäre Behandlung dauerte im Mittel 15 Tage.

    Von den 274 Patienten mussten ca. 20 Prozent intensivmedizinisch behandelt und beatmet werden. Wegen einer notwendigen Langzeitbeatmung mussten 42 Prozent der beatmeten Pateinten im Verlauf des Aufenthaltes mit einem Luftröhrenschnitt versorgt werden, 7 Prozent der Intensiv-Patienten erhielten eine Unterstützung durch eine Herz-Lungen-Maschine. Die Beatmungsdauer belief sich auf im Mittel 16,5 Tage. Die Sterblichkeit der stationär mit COVID-19-Infektion behandelten Patienten betrug 17,6 Prozent und war bei mehr als der Hälfte durch ein Lungenversagen verursacht. Zudem haben zusätzliche bakterielle Infektionen, Störungen der Blutgerinnung mit Embolien und Herz-Kreislaufkomplikationen haben zu der Sterblichkeit beigetragen.

    Die tagesaktuellen Meldungen stationärer COVID-Patienten in Rheinland-Pfalz haben nach der ersten Pandemiewelle im Frühjahr und einer nahezu verschwindend geringen Zahl in den Sommermonaten seit Oktober wieder stark zugenommen. Diese Entwicklung verläuft mit einem zeitlichen Versatz von zehn bis 14 Tagen proportional zu dem Anstieg der durch das RKI gemeldeten Neuinfektionen mit COVID-19.

    Aus diesen für Rheinland-Pfalz erhobenen Daten lässt sich eine vorsichtige und eher konservativ-unterschätzende Prognose der zu erwartenden zusätzlichen stationären COVID-Patienten berechnen. Geschätzt 6,8 Prozent der mit COVID-19 infizierten Patienten benötigen im Verlauf ihrer Infektion eine stationäre Behandlung, von diesen wiederum ca. 21,8 Prozent eine intensivmedizinische Therapie. Unter der Annahme gleichbleibender Infektionszahlen werden bis Mitte Dezember weitere rund 1.400 COVID-19-Patienten zur stationären Behandlung in Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz erwartet, davon werden etwa 300 Patienten intensiv-medizinische Betreuung bedürfen.

    „Seit Beginn der Corona-Pandemie hat die Landesregierung einen Schwerpunkt auf den Ausbau der Intensivkapazitäten und Beatmungsplätze sowie für das notwendige geschulte Personal gesetzt. Es ist uns gelungen, die Zahl der Intensivbetten zu verdoppeln und über 2.000 Pflegekräfte zu qualifizieren. Auch, wenn wir von einer mittleren Beatmungsdauer von 16,5 Tagen ausgehen, sollten die Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz gut gerüstet sein, um die Patienten mit COVID-19 intensiv-medizinisch behandeln und versorgen zu können“, betonte Gesundheits­ministerin Bätzing-Lichtenthäler.