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  • Jeder Einzelne von uns ist im Jahr 2019 gefordert

    Hans Gehle und Michael Krakau rufen zu verstärktem Engagement auf
    18.Dezember 2018
    Köln. Das in wenigen Tagen nahende Jahresende lädt uns wieder ein, Momente der Besinnung zu finden, Bilanzen zu ziehen und Ausblicke zu wagen. In Dortmund, Köln, Kaiserslautern und Bielefeld haben wir mehrere Tarifforen genutzt, um ein aktuelles Stimmungsbild zu erhalten. Klare Quintessenz: Unserer Überzeugung nach muss die hohe Arbeitsbelastung deutlich gesenkt werden, um den Arztberuf mit einem sozialen Leben wieder kompatibel zu machen.

    Es gilt ferner, den fatalen Einfluss der Ökonomie wieder zurückzudrängen. Als Ärztin oder Arzt wollen wir für unsere Patienten rein ärztlich orientierte Entscheidungen treffen. Wir haben in unserer Hauptversammlung deutlich gemacht, dass uns der ökonomische Druck, unsere verdichtete Arbeit und die überborden-de Bürokratie unsere wertvollste Ressource, die Zuwendungszeit für unsere Patienten, raubt.

    2019 müssen wir Ärztinnen und Ärzte in Kliniken nutzen, um selbstbewusster werden. Wir müssen unsere ärztlichen Maßstäbe stärker gegenüber den Ökonomen vertreten, denn für uns ist das Patientenwohl der entscheidende ethische Maßstab, nicht die nächste Bilanz. Ziel muss es sein, erkrankte Menschen nach bestem Wissen und Können ärztlich zu behandeln. Das ist unser Auftrag. Unsere Patienten brauchen Ärzte keine Ökonomen!

    2019 wird uns in vielfältiger Weise herausfordern. In NRW wird die Landesregierung die Krankenhausplanung konkretisieren. In RLP wird ein neuer Krankenhausplan greifen. Wir werden sehr darauf achten, ob die stationäre Versorgung unserer Bevölke-rung auf dem Land in der nötigen Qualität gewährleistet bleibt. „Weiterentwicklungen“, die nur darauf abzielen, defizitäre Kliniken vom Markt zu drängen, lehnen wir ab.

    Auch, wenn in NRW mehr Geld in Kliniken fließt, die gewaltige Investitionslücke muss in beiden Bundesländern komplett geschlossen werden. Wir wollen das chronisch unterfinanzierte Gesundheitssystem nicht mehr mit unserer eigenen Gesundheit subventionieren. 

    Wir brauchen ferner ein integriertes Versorgungsmodell für Notfälle, keine Verlagerung von Patientenströme in ohnehin überlastete Kliniken und wir benötigen mehr Studienplätze, schon in 2019. Nach welchen Kriterien Studienplätze vergeben werden sollen ist noch nicht entschieden. Klar ist aber, Quoten für künftig niedergelassene Landärzte sind alleine kein taugliches Instrument, um den in allen Fächern und vor allem auch in Kliniken vorhandenen Arztmangel zu lösen.

    Mit den Kammerwahlen in NRW steht uns 2019 eine weitere große Herausforderung vor uns. Hier ist jeder Einzelne gefordert. Nur mit hohem Engagement und mit vielen Kandidaten auf unseren Listen werden wir in der nächsten Amtsperiode die Interessen der im MB organisierten angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte zu einer fairen Berücksichtigung verhelfen kön-nen. 

    Es bleibt viel zu tun. Wir wünschen Ihnen und Ihre Familie eine besinnliche und fröhliche Weihnachtszeit und einen guten Start in das neue Jahr. Wir wünschen Ihnen vor allem Gesundheit. Bleiben wir in 2019 erfolgreich, indem wir gemeinsam mehr bewegen.