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  • Kliniken nach schwerem Unwetter komplett evakuiert

    Klinikum Leverkusen, Mutterhaus in Trier-Ehrang, St. Antonius-Hospital in Eschweiler und Kliniken in Ahrweiler geräumt / Universitätsklinikum Münster muss Betrieb einschränken / OP-Säle nicht nutzbar
    15.Juli 2021
    Köln (mhe). Die katastrophalen Regenfälle in der Nacht zum vorigen Donnerstag haben in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nach bisherigen Erkenntnissen mindestens 159 Menschenleben gefordert. Über 1.000 Menschen wurden verletzt. Die Zahl der Vermissten liegt noch höher. Angehörige warten händeringend auf Lebenszeichen, was durch die zusammengebrochenen Kommunikationsnetze erschwert ist. In dutzenden Städten richtete das Hochwasser erhebliche materielle Schäden an: Hunderte Häuser, unzählige Straßen und über 600 Kilometer Gleise wurden zerstört oder massiv beschädigt. Die Wasser- und Energieversorgung sowie die sonstige Infrastruktur ist zusammengebrochen. Vom Unwetter betroffen sind auch mehrere Krankenhäuser, die auf Grund ungeahnter Verwüstungen evakuiert werden mussten.

    Viele Mitarbeiter des Klinikums Leverkusen fuhren freiwillig in der Nacht ins Klinikum, um ihre Kollegen zu unterstützen. „Was die Beschäftigten geleistet haben, ist unglaublich,“ würdigte Geschäftsführer Hans-Peter Zimmermann. „Wieder einmal sind Pflegekräfte sowie Ärztinnen und Ärzte über sich hinausgewachsen, um sicherzustellen, dass ihre Patienten gut versorgt sind und keine Ängste haben.“

    Auch das Mutterhaus in Trier-Ehrang, das St. Antonius-Hospital in Eschweiler und die Reha-Klinik Ahrweiler wurden auf Grund des Unwetters komplett geräumt und das Universitätsklinikum Münster traf das Hochwasser ebenfalls schwer, ebenso kämpften das Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler, und die Kliniken in Wesseling und Düsseldorf gegen die Fluten.

    So konnte - bedingt durch den Starkregen - auch das Dreifaltigkeits-Krankenhaus in Wesseling südlich von Köln keine Patienten mehr aufnehmen. Ein Notstromaggregat musste angefordert werden, um die weitere Stromversorgung der Klinik zu sichern. Sieben Patienten der Intensivstation wurden in der Nacht in umliegende Krankenhäuser transportiert.

    Im Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler können keine Patienten mehr stationär aufgenommen erden, nur noch ambulante Behandlungen sind möglich.

    Die Reha-Klinik Niederrhein in Bad Neuenahr-Ahrweiler wurde aufgrund der Flut evakuiert. In der Klinik und in dem gesamten Ort gibt es keine Wasser- und Stromversorgung. Es ist aktuell nicht abzusehen, wann die Versorgung wieder hergestellt werden kann. 

    Auch im Düsseldorfer Marienhospital flossen große Mengen Wasser ins Gebäude. Es wurde ein Sandsackwall errichtet. Die Feuerwehr pumpte 15.000 Liter pro Minute aus dem Gebäude.

    Auch im Münsterland verursachte Starkregen etliche Schäden. Hier traf es auch das größte Krankenhaus, das Universitätsklinikum Münster. Da unglücklicherweise derzeit die Fernwärmeleitungen umgebaut werden, führte die hohe Luftfeuchtigkeit des Dauerregens dazu, dass im Uniklinikum die Luftfeuchtigkeit derzeit nicht mehr reguliert werden kann.

    In den Operationssälen sei aufgrund der Kondensation kein hygienisch einwandfreier Betrieb möglich. Verschiebbare Operationen würden deshalb bis zum Wochenende abgesagt. Dringende Eingriffe seien in nicht betroffenen Gebäuden weiterhin möglich und auch die Patientenversorgung sei sichergestellt, teilte das Universitätsklinikum mit.

    In der ältesten deutschen Stadt überflutete die Kyll den Trierer Ortsteil Ehrang. Das dortige Krankenhaus blieb nicht verschont. Das Klinikum Mutterhaus Ehrang hat den Katastrophenalarm ausgerufen. Auf Grund des eindringenden Wassers musste die Klinik evakuiert werden. Gut 100 im Klinikum stationär liegende Patientinnen und Patienten wurden in die beiden benachbarten Kliniken Mutterhaus der Borromäerinnen Nord und Mitte per Hubschrauber und Krankenwagen verlegt. Auch das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier half in der Not.

    Nach dem katastrophalen Starkregen musste auch das St. Antonius-Hospital in Eschweiler bei Aachen evakuiert werden. Intensivpatienten wurden per Rettungshubschrauber vom Dach der Klinik abgeholt und in andere Kliniken gebracht. Etwa 300 Patienten wurden in umliegende Krankenhäuser verlegt oder vorzeitig nach Hause entlassen. Im Hospital war die Trinkwasser- und Stromversorgung ausgefallen.