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  • Noch eine Vergabequote für Studienplätze

    Land will öffentlichen Gesundheitsdienst in Rheinland-Pfalz stärken
    10.Juli 2019
    (mhe). Die rheinland-pfälzische Landesregierung sieht den gravierenden Ärztemangel im Öffentlichen Gesundheitsdienst, von der tatsächlichen Ursache, der völlig unzureichenden Bezahlung, will sie aber offenkundig nichts wissen. Kein Wort fiel dazu bei einer sog. "Kick-Off"-Sitzung. Stattdessen will man mit Imagewerbung, einem neuen Weiterbildungskonzept und einer Vorabstudienquote für den ÖGD bei der Studienplatzvergabe zum Medizinstudium Personal gewinnen. Doch, welchen Arzt sollte das in einer Zeit des allgemeinen Ärztemangels wirklich locken, solange man monatlich 1.500 Euro weniger verdient, als in Krankenhäusern? Das die VKA endlich separate Tarifverhandlungen mit dem Marburger Bund für ÖGD-Ärzte aufnehmen will, scheint der Landesregierung auch nicht erwähnenswert.

    „Nachdem wir die Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sichergestellt und die Qualifikation der Amtsärztinnen und Amtsärzte geregelt haben, wollen wir nun gemeinsam mit den kommunalisierten Gesundheitsämtern, dem Landkreistag, der Landesärztekammer, der Universitätsmedizin und den Landesämtern die nötige Nachwuchsgewinnung im Öffentlichen Gesundheitsdienst für die Zukunft gewährleisten“, erklärte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler im Rahmen der Kick-off Sitzung der Arbeitsgruppe zur Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD). „Die zentralen Themen dieser Arbeitsgruppe sind die Herausforderung der Personalgewinnung und der Qualifikation des Personals im Öffentlichen Gesundheitsdienst – vor allem in den Kommunen“, sagte Bätzing-Lichtenthäler weiter.

    In den letzten Jahren hat der Ärztemangel vor allem auch im ÖGD bundesweit deutlich zugenommen. In Rheinland-Pfalz sind derzeit ca. 12 Prozent der Arztstellen nicht besetzt – was dem Bundesdurchschnitt entspricht. „Zwar ist die Situation noch nicht so gravierend wie zum Teil in den neuen Bundesländern, jedoch scheiden in den kommenden zehn Jahre 2/3 der Amtsärztinnen und Amtsärzte bzw. ihrer Stellvertreterinnen und Stellvertreter altersbedingt aus dem Dienst aus. Wir müssen deshalb mit kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen dagegenhalten“, betonte die Ministerin.

    In der Kick-off Sitzung der Arbeitsgruppe wurden diese Maßnahmen diskutiert. „Wir konnten einen Schulterschluss zur Umsetzung eines umfassenden Weiterbildungskonzepts erreichen“, so die Gesundheitsministerin. Eine stärkere Verzahnung des ÖGD mit der ärztlichen Ausbildung soll zukünftig gewährleistet werden. Studierende der Medizin sollen bereits im Studium an die entsprechenden Themenfelder herangeführt werden.

    Als wirkungsvolle langfristige Maßnahme wurde die Schaffung einer Vorabstudienquote für den ÖGD bei der Studienplatzvergabe zum Medizinstudium für Studienbewerber mit einem besonderen Interesse am Öffentlichen Gesundheitswesen vorgestellt. Es ist angestrebt, die ÖGD-Quote gemeinsam mit der bereits vorgesehenen Landarztquote zügig in das parlamentarische Verfahren zu bringen.

    Die Gründung der Arbeitsgruppe zur Stärkung des ÖGD in Rheinland-Pfalz ist eine weitere Maßnahme der Landesregierung, um dem Ärztemangel im Öffentlichen Gesundheitsdienst entgegenzuwirken. Im Jahr 2017 hat Rheinland-Pfalz mit dem Beitritt zur Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen nachhaltige Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für alle entsprechenden Berufsgruppen, insbesondere für die Ärztinnen und Ärzte, geschaffen. Im Jahr 2018 wurde mit der Änderung des ÖGD-Gesetzes die Qualifikation der Amtsärztinnen und Amtsärzte landesweit einheitlich festgelegt. „Ich danke allen Beteiligten für Ihr so wichtiges Engagement für den Öffentlichen Gesundheitsdienst in Rheinland-Pfalz“, bekräftigte die Ministerin abschließend.