Diese Website nutzt Cookies, um mehr über das Nutzungsverhalten der Besucherinnen und Besucher zu erfahren und das Internetangebot beständig zu verbessern. Die Daten werden anonymisiert. Sie können diese statistische Erhebung deaktivieren. Mehr Informationen finden Sie in unserer .
ok
  • Engagierte Qualifizierung des fachärztlichen Nachwuchses

    Pressemitteilung
    DRK Kamillus Klinik erhält 12. MB-Gütesiegel für „Gute Weiterbildung im Krankenhaus“
    11.September 2020
    Asbach (mhe). In der Ära des Ärztemangels haben es ländlich gelegene Krankenhäuser besonders schwer, ärztlichen Nachwuchs zu gewinnen. Ländlich liegt zweifelsfrei die DRK Kamillus Klinik. Sie liegt landschaftlich malerisch im westlichen Westerwald - in reizvoller Mittelgebirgslandschaft und garantiert inmitten des Ortskerns von Asbach einen Blick auf das Siebengebirge. Wer nicht gerade in dieser Region beheimatet ist, wird Asbach wohl kaum auf Anhieb als Zielpunkt seiner beruflichen Heimat ins Auge fassen. Dennoch hat die DRK Kamillus Klinik keine Nachwuchssorgen.

    Vor zwei Jahren bewarb sich die Abteilung Innere Medizin der DRK Kamillus Klinik Asbach unter Leitung des Chefarztes Marc Weyer erstmals um das MB-Gütesiegel „Gute Weiterbildung im Krankenhaus“. Die Bewerbung hatte - trotz eines guten Weiterbildungskonzeptes - zunächst keinen Erfolg, da seinerzeit die überwiegende Zahl der Assistenzärzte in Asbach nur mit einer eingeschränkten Berufserlaubnis und nicht in offizieller Weiterbildung arbeitete. Im zweiten Anlauf hatte nun die Bewerbung Erfolg.

    „Wir haben bei unserer Befragung festgestellt, dass die acht in Weiterbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzte in Asbach ausgesprochen zufrieden sind“, bilanzierte Dr. med. Thorsten Hornung, Mitglied des Vorstandes des Marburger Bundes NRW/RLP bei der Übergabe des mittlerweile zwölften MB-Gütesiegels.

    Gutes Einarbeitungskonzept, flache Hierarchie und große Wertschätzung

    „In Asbach gibt ein ausführliches Einarbeitungskonzept und das wird auch so gelebt. Zum Start erhält jeder Arzt einen Einarbeitungsordner, der u.a. Arbeits- und Visitenzeiten oder auch Standards auf der Intensivstation enthält. Die Ärzte schätzen die Rotation, arbeiten selbständig und lernen viel. Funktionen werden gut vermittelt“, bemerkt Hornung. „Es gibt eine flache Hierarchie und eine große Wertschätzung. Der Chefarzt teilt sich mit einer Oberärztin alle Hintergrunddienste. In Jahresgesprächen werden die einzelnen Perspektiven erörtert und ein strukturierter Plan für das neue Weiterbildungsjahr festgelegt.“

    „Dem Chefarzt ist es wichtig“, ergänzt Feras El-Hamid aus dem MB-Arbeitskreis „Junge Ärztinnen und Ärzte“, der den Fragebogen für das MB-Gütesiegel entwickelt hat, „dass die neuen Kollegen zunächst die solide Basisarbeit auf der Station kennenlernen und dann in die Funktionsbereiche und die Intensivstation wechseln. Die Ärzte werden alle mit unbefristeten Verträgen beschäftigt. Überstunden werden aufgeschrieben und bezahlt. Die Dienstpläne werden sechs Wochen im Voraus festgezurrt. Die Abteilung hat ein festes Fortbildungsbudget“, erklärt Feras El-Hamid.

    Engagiertes Integrationskonzept trägt Früchte

    „Ein Krankenhaus im ländlichen Raum hat in aller Regel erhebliche Schwierigkeiten, geeignetes ärztliches Personal zu finden“, weiß Marc Weyer, Chefarzt der Inneren Medizin in Asbach. Das ist aber zum Glück nicht so in der DRK Kamillus Klinik: „Uns ist es mit einem engagierten Integrationskonzept gelungen, die dringend benötigten Ärztinnen und Ärzte zu finden. Wir haben uns entschlossen, mit der passenden Weiterbildung in unserer Klinik die Fachärzte selber auszubilden, die wir hier so dringend benötigen“, erläutert Marc Weyer.

    In der DRK Kamillus Klinik arbeiten Ärztinnen und Ärzte aus Russland, Griechenland, Türkei, Rumänien und Angola. „Wir haben hier ein Ärzteteam aus vielerlei Ländern, das bestens miteinander arbeitet. Wir wählen bewusst Ärztinnen und Ärzte aus, die hoch motiviert sind, die bereit sind, was Neues zu lernen und ihr Wissen am Patienten anwenden wollen.“

    „Selbstverständlich erleben wir im Klinikalltag auch Sprachprobleme, aber wir bieten einen Abend pro Woche in unserem Haus Deutschkurse an, sodass die Verständigung kein dauerhaftes Problem darstellt. Gerade in kleinen Teams geht das Zusammenarbeiten von Ärzten aus verschiedenen Ländern und Kulturkreisen gut, da wir uns hier gegenseitig respektieren und im Klinikalltag unterstützen. Wir helfen den neuen Kollegen, nehmen sie an die Hand, wo immer es nötig ist. Da hilft es auch, immer einen festen Ansprechpartner zu haben.“ Das Konzept trägt Früchte: Ein ehemaliger Assistenzarzt wurde nun zum Oberarzt bestellt.

    Chefarzt Marc Weyer ging im Jahr 2013 als Leitender Oberarzt in den Westerwald. Als Chefarzt engagiert sich Weyer in seiner kleinen Abteilung für eine nachhaltige Weiterbildung, die er auch als Mittel der Personalgewinnung des kleinen Krankenhauses konsequent umsetzt. Marc Weyer verfügt seit sieben Jahren über Weiterbildungsermächtigungen. In seiner Abteilung arbeiten insgesamt acht Ärztinnen und Ärzte. „Ich habe hier den Generationswechsel erlebt. Wir schauen genau, wer passt zu uns.“

    Die DRK Kamillus Klinik verfügt über eine neurologische Abteilung mit Stroke Unit mit insgesamt 110 Betten, eine internistische Abteilung mit 45 Betten – die sowohl als Einrichtung für Typ 2 Diabetiker nach DDG auch als Zentrum für Hypertonie zertifiziert ist - sowie eine interdisziplinäre Intensivstation mit zehn Betten. Die Asbacher DRK Kamillus Klinik ist Notarztstandort und hat auch eine Geriatrische Abteilung.

    Behandelt werden in Asbach derzeit vorwiegend Patienten aus dem Bereich der Kardiologie, Gastroenterologie und Diabetologie. Für die umfassende sonographische und endoskopische Ausbildung stehen modernste Geräte bereit. Angehenden Fachärzte stehen im Westerwald alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten zur Verfügung. Den zukünftigen Kardiologen steht die Möglichkeit eines virtuellen Herzkatheterlabors zur Verfügung, so dass an modernen Simulationsgeräten geübt werden kann, bevor die Assistenten bei den Kooperationspartnern die invasive Diagnostik vertiefen.

    Gütesiegel: Kriterien und Ablauf der Prüfung

    Grundlage für die Bewertung durch den Marburger Bund NRW/RLP ist ein ausführlicher Fragebogen, der von dem MB-Arbeitskreis „Junge Ärztinnen und Ärzte“ eigens für das Projekt entwickelt wurde. Die Kriterien für die Vergabe des MB-Gütesiegels werden vom Arbeitskreis „Junge Ärztinnen und Ärzte“ stetig weiterentwickelt, angepasst und fortgeschrieben. Die Fragebögen erhalten alle sich weiterbildenden Ärztinnen und Ärzte: Sie füllen diese freiwillig und anonym aus. Mindestens 80 Prozent der Ärzte einer Abteilung müssen sich beteiligen. Erreichen die ausgefüllten Fragebögen im Durchschnitt 80 Prozent der zu vergebenden Punkte, findet eine Visitation der Abteilung durch die Prüfkommission des MB statt.

    Die Abteilung Innere Medizin erreichte 89,3 Prozent. Die Visitation vor Ort sieht ein Gespräch mit den sich in Weiterbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzten vor. Im Anschluss nimmt der Weiterbildungsbefugte an dem Gespräch teil.

    Sind nach der Visitation keine wesentlichen Beanstandungen zu verzeichnen und die Erkenntnisse aus den Fragebögen positiv bestätigt, entscheidet der Vorstand des Marburger Bundes NRW/RLP über die Verleihung des Gütesiegels für eine Dauer von drei Jahren. Für eine erneute Klassifizierung ist die Wiederholung des Verfahrens erforderlich.