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  • Gut 1.000 Ärztinnen und Ärzte aus NRW und RLP treten heute in den Warnstreik

    Pressemitteilung
    Arbeitgeber verweigern Sicherung des Tarifvertrages und Senkung der Arbeitsbelastung
    10.April 2019
    Köln. Gut 1.000 Ärztinnen und Ärzte aus den über 90 kommunalen Krankenhäusern und zahlreichen Gesundheitsämtern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz beteiligen sich heute an dem eintägigen Warnstreik. Die streikenden Ärztinnen und Ärzte nehmen vorwiegend an der zentralen Kundgebung auf dem Frankfurter Römerberg teil. Die Veranstaltung beginnt dort um 13 Uhr. Vor dem Rhein-Maas Klinikum in Würselen bei Aachen und dem Gesundheitsamt Trier werden zudem Ärztinnen und Ärzte heute um 5 vor 12 Uhr gegen die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) demonstrieren. Der Marburger Bund NRW/RLP hat allen betroffenen Kliniken sog. Notdienstvereinbarungen angeboten, die sicherstellen, dass in den Kliniken alle Notfälle jederzeit behandelt werden. Nur planbare Operationen und Behandlungen werden heute einen Tag verschoben.

    „Wir erhalten von unseren Patienten ein großes Verständnis für unseren Protest, denn Sie erleben tagtäglich, wie hoch die Arbeitslast der Klinikärzte ist“, berichten Dr. med. Hans-Albert Gehle (Bochum), Michael Krakau (Köln) und Dr. med. Claus Beermann (Ludwigshafen) aus dem Vorstand des Marburger Bundes NRW/RLP.

    „Realität ist, dass Klinikärzte zunehmend selber ihre Arbeitszeit reduzieren und in Teilzeit wechseln, weil sie die enorm gestiegene Belastung auf den Stationen nicht mehr ertragen. 27 Prozent aller Klinikärzte haben bereits so ihre Arbeitszeit reduziert und sind nur noch in Teilzeit in den Kliniken tätig. Das muss den Arbeitgeber zeigen, wie wichtig die Senkung der Gesamtarbeitslast ist.“ In NRW und RLP können heute schon alleine über 2.500 Arztstellen in Krankenhäusern nicht mehr besetzt werden.

    „Es geht in dieser Tarifrunde jedoch nicht nur um die Verbesserung der Gehälter und die notwendige Senkung der Arbeitslast. Mit dem heutigen ersten Warnstreiktag wollen wir der Arbeitgeberseite deutlich machen, dass wir es nicht akzeptieren, dass man unsere Tarifverträge für Ärzte (TV-Ärzte) in Frage stellt. Es ist für uns eine existentielle Frage, dass der TV-Ärzte mit einer Tarifsicherungsklausel vor einer Verdrängung durch branchenfremde Tarifverträge geschützt wird“, erklären Dr. med. Hans-Albert Gehle, Michael Krakau und Dr. med. Claus Beermann. Derartige Klauseln hat der Marburger Bund bereits mit zahlreichen anderen Arbeitgebern abgeschlossen.

    Ebenfalls betroffen von dem aktuellen Tarifkonflikt sind die Ärztinnen und Ärzte in den Gesundheitsämtern. Die VKA weigert sich seit 2006, die Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) fair nach dem Branchenstandard, dem TV-Ärzte, zu bezahlen. „Im ÖGD verlieren die Kolleginnen und Kollegen dadurch monatlich bis zu 1.600 Euro. Ein Drittel der beschäftigten Ärztinnen und Ärzte hat deshalb dem ÖGD in den letzten Jahren bereits den Rücken gekehrt.

    „Angesichts der Altersstruktur werden weitere zahllose Arztstellen in den nächsten Jahren frei. Freie Arztstellen im ÖGD sind jedoch faktisch ohne Anwendung des TV-Ärzte nicht mehr zu besetzen. Gesundheitsämter müssen die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung garantieren, das können sie aber zunehmend nicht mehr leisten. Die VKA betreibt auch hier mit ihrer Verweigerungshaltung ein sehr gefährliches Spiel.“