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  • Landesregierung in RLP stellt zu wenig Geld für Ausbildung künftiger Ärztinnen und Ärzte bereit

    Pressemitteilung
    Studenten protestieren gegen jährliche Finanzlücke von 20 Millionen Euro
    10.Januar 2020
    Mainz. Der Marburger Bund Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz fordert die rheinland-pfälzische Landesregierung auf, endlich die Studienplätze für Zahn- und Humanmedizin in der Universitätsmedizin Mainz auskömmlich zu finanzieren. Die Landesregierung zahlt aktuell pro Medizin-Studienplatz in RLP gut 6.000 Euro weniger als andere Fakultäten im Bundesdurchschnitt jährlich erhalten. Den über 3.400 Studenten der Zahn- und Humanmedizin an der einzigen Medizinischen Fakultät in Rheinland-Pfalz fehlten pro Jahr gut 20 Millionen Euro.

    Angesichts der heutigen Protestaktion von Mainzer Medizin- und Zahnmedizin-Studenten warnt der Marburger Bund NRW/RLP vor gravierenden Folgen der chronischen Unterfinanzierung der Lehre an der Universitätsmedizin Mainz. „Eine gute Lehre kostet nun mal Geld. Wer bei der Lehre spart, gefährdet das Leben der Patienten“, warnt Ulrich Strecker, Vorsitzender des MB-Bezirks Rheinhessen.

    „Die Studierenden leiden täglich unter der unzureichenden Finanzierung. Ausbildungs-Kapazitäten können derzeit auf Grund des Personalmangels nicht vollständig genutzt werden“, berichtet Strecker. „Die Ausstattung in der Lehre ist in der Universitätsmedizin Mainz mittlerweile so schlecht, dass die Gefahr besteht, dass Studenten einzelne Fächer in ihrem Studiengang nicht mehr belegen könnten und somit die Regelstudienzeit überschreiten müssen.“

    Das ärztliche Personal auf den Stationen in der Universitätsmedizin Mainz sei überlastet, da viele Stellen nicht besetzt sind. Die Versorgung der Patienten habe in dieser Situation natürlich Vorrang. Die Lehre müsse in Mainz zwangsläufig vernachlässigt werden. Es mangele schlicht an Lehrpersonal. Wenn Dozenten nicht mehr bezahlt werden, drohe unweigerlich ein Abbau von Studienplätzen.

    „Das hätte eine weitere Verschärfung des bereits vorhandenen Ärztemangels in Rheinland-Pfalz zur Folge“, fürchtet Ulrich Strecker. Die prinzipiell zu begrüßende Erhöhung der Studierendenzahl in Mainz in den nächsten Semestern verschärfe die vorhandenen Probleme leider nochmals weiter, da das Land die die Lehre an der Universitätsmedizin nicht - wie alleine hierdurch schon nötig - stärker finanziell unterstützt.“

    Auch in der Verwaltung der Universitätsmedizin Mainz herrscht Mangel. In mancher Klinik fehlt Personal in den Studierendensekretariaten. „Das schafft unnötige Probleme in der Organisation und im Ablauf der Lehrveranstaltungen.“

    Auch ist ein unzureichender technischer Standard in vielen Kliniken zu diagnostizieren: „Studenten können kein LAN-Netz nutzen. Es fehle die mediale Ausstattung, um im Unterricht etwa auf benötigte Röntgen-, CT-, EKG- und Funktionsdiagnostik oder sonstige Befunde zuzugreifen. Es mangele auch an den benötigte Gruppen-Unterrichtsräumen. Selbst im Dekanat sieht es nicht besser aus. Eine gute Besetzung sei für den Ablauf des Studiums und der Promotion unabdingbar. Strecker: „Wir haben allergrößtes Verständnis für den berechtigten Protest der Mainzer Studenten. Die Landesregierung ist gefordert, jetzt zu Handeln.“