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  • Medizinstudium in Trier - ein guter Schritt für die Region!

    Pressemitteilung
    Aber: Katholische Kliniken in RLP bei Arztsuche nicht mehr wettbewerbsfähig / Dritter Weg wird für Einsparungen bei Mitarbeitern missbraucht
    09.März 2020
    Köln/Trier. Der Marburger Bund Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz begrüßt die Entscheidung, dass künftig Studenten der Humanmedizin in RLP einen Teil Ihres Studiums auch in Trier absolvieren können. Anlässlich der heutigen Unterzeichnung der Verträge mit den beiden Trierer Krankenhäusern der Barmherzigen Brüder und dem Mutterhaus der Borromäerinnen verweist der Marburger Bund NRW/RLP auf den bekannten „Klebeeffekt“ eines regionalisierten Medizinstudiums. „Wer in Trier studiert, wird nach seinem Examen in sechs Jahren auch mit hoher Wahrscheinlichkeit in unserer Region ärztlich tätig werden. Das ist im Zeitalter des Ärztemangels zweifellos für Trier ein Wettbewerbsvorteil bei der Suche nach ärztlichem Nachwuchs“, betonen die Klinikärztin Mariza Oliveira Galvao, Vorsitzende des MB-Bezirks Trier, und ihr Stellvertreter, der Klinikarzt Bernd Libeaux.

    „Bei aller Freude über diese Regionalisierung des Medizinstudiums muss jedoch auch darauf verwiesen werden, dass insbesondere die Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz, die sich in katholischer Trägerschaft befinden, bei der Suche nach qualifizierten Ärztinnen und Ärzten unter einem erheblichen Wettbewerbsnachteil leiden“, erklären Mariza Oliveira Galvao und Bernd Libeaux weiter.

    Während in den kommunalen Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz neben den Entgelterhöhungen auch die im vorigen Frühjahr vereinbarten tarifvertraglichen Regelungen zur Absenkung der ärztlichen Arbeitslast (etwa neue Höchstgrenzen für Wochenenddienste und Bereitschaftsdienste, Fristen für die Dienstplanerstellung sowie die manipulationsfreie Arbeitszeiterfassung) umgesetzt werden, werden diese Verbesserungen den Ärztinnen und Ärzten in katholischen Kliniken in RLP strikt verweigert.

    Bekanntlich werden im kirchlichen Arbeitsbereich keine Tarifverträge abgeschlossen. Es gelten vielmehr unter Ausschluss des Streikrechts erzielte kirchliche Arbeitsrechtsregelungen des sog. Dritten Weges. Diese werden in paritätisch besetzten Arbeitsrechtlichen Kommissionen verhandelt, besitzen in rechtlicher Hinsicht jedoch lediglich die Qualität von Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

    Während die Diakonie für ihre Krankenhäuser den jüngsten VKA-Tarifabschluss ohne Abstriche übernommen hat, bewegt sich bei den katholischen Kliniken nichts. Auch zehn Monate nach dem jüngsten Tarifabschluss für Ärzte an kommunalen Kliniken lehnt die Arbeitgeberseite (sog. Dienstgeber) in den zuständigen Gremien der Caritas die Übernahme der Inhalte der tarifvertraglichen Reglungen für Ärzte an kommunalen Kliniken ab. „Schon unsere Forderungen nach Absenkungen der Gesamtarbeitslast wurden von den Dienstgebern ausgesprochen kritisch bewertet.“

    Unmissverständlich betonen Mariza Oliveira Galvao und Bernd Libeaux, dass die Ärztinnen und Ärzte in katholischen Krankenhäusern weder schlechter bezahlt werden dürfen noch schlechtere Arbeitsbedingungen haben dürfen. „Dafür gibt es auch keinerlei sachlichen Grund, denn konfessionelle Kliniken finanzieren sich nicht anders als kommunale Kliniken!“

    „Wenn der Dritte Weg überhaupt noch eine Rechtfertigung haben will, dann muss damit Schluss sein, dass die Dienstgeber ihn immer wieder zu Lasten der Mitarbeiter als ihren Weg missbrauchen, um Personalkosten einzusparen. Das ist keineswegs fair. Wir fordern für die Ärztinnen und Ärzte in katholischen Kliniken in RLP die vollständige Übernahme der TV-Ärzte/VKA. Wir akzeptieren keine Abstriche! Alleine die Regionalisierung des Medizinstudiums wird nicht ausreichen, um den Ärztemangel in RLP wirksam zu bekämpfen.“

    Unverzichtbar sei aber auch eine weitere Erhöhung der Studienplätze an der Universitätsmedizin Mainz, um den benötigten ärztlichen Nachwuchs hierzulande auszubilden. Zusätzliche Studienplätze müssen aber natürlich auch zusätzlich finanziert werden.