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  • Weiterbildung ist für die Chefärztin eine Herzensangelegenheit

    Pressemitteilung
    11. MB-Gütesiegel „Gute Weiterbildung im Krankenhaus“ an Abteilung für Innere Medizin der GFO Kliniken Bonn verliehen
    31.Juli 2020
    Köln/Bonn (mhe). Der Marburger Bund Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz verleiht sein 11. Gütesiegel für „Gute Weiterbildung im Krankenhaus“ an die GFO Kliniken Bonn. Ausgezeichnet wurde am vorigen Freitag die Abteilung für Innere Medizin/Gastroenterologie der Betriebsstätte St. Josef für die vorbildliche Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten zu Fachärzten. Für Privatdozentin Dr. med. Birgit Terjung, Chefärztin der ausgezeichneten Abteilung und Ärztliche Direktorin der GFO Kliniken Bonn, ist die ärztliche Weiterbildung eine Herzensangelegenheit. „Wir haben in dieser Fachabteilung die ärztliche Weiterbildung genau unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist, dass hier in Bonn die Assistenzärzte eine sehr gut und vorbildliche Weiterbildung erhalten, was leider immer noch nicht in jedem Krankenhaus hierzulande selbstverständlich ist“, erklärten Michael Krakau, 2. Stellvertretender Vorsitzender des Marburger Bundes NRW/RLP, und Dr. med. Thorsten Hornung (MB-Vorstandsmitglied) anlässlich der Übergabe der Auszeichnung. Aktuell erhält von allen Bewerbern nur jede dritte Klinik das MB-Gütesiegel für „Gute Weiterbildung im Krankenhaus“.

    Strukturiertes Konzept / Sorgfältige Einarbeitung und wertschätzende Atmosphäre

    „Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung unseres Weiterbildungskonzepts“, sagte Priv.-Doz. Dr. med. Birgit Terjung bei der Verleihung des Siegels in St. Josef. „Die Weiterbildung unserer Fachärztinnen und Fachärzte ist mir eine persönliche Herzensangelegenheit.“

    Strenge Kriterien: Nur jeder dritte Bewerber erhielt das Siegel

    Die Verleihung des Gütesiegels soll gute ärztliche Weiterbildung im Krankenhaus auszeichnen und eine Orientierung geben, in welchen Abteilungen die ärztliche Weiterbildung besonders beispielhaft durchgeführt wird. „Wir wollen zeigen, dass gute Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten auch unter schwierigen Finanzierungsbedingungen möglich ist und so die Weiterbildung insgesamt verbessern“, betonte Michael Krakau.

    Bisher wurden elf Abteilungen ausgezeichnet. „Damit hat nur jeder dritte Bewerber um unsere Auszeichnung bisher die von uns geforderten Ansprüche erfüllen können. Wir führen Gespräche mit den Kliniken, bei denen wir zu viele Defizite in ihrer Weiterbildung festgestellt hatten. Die Ergebnisse unserer Befragung werden von den betroffenen Abteilungen genutzt, um vorhandene Defizite abzubauen“, sagt Krakau.

    GFO Kliniken Bonn: Strukturierte Einarbeitung und offene Feedback-Gespräche

    Neue Mitarbeiter in der Abteilung Innere Medizin/Gastroenterologie erhalten ein Einarbeitungskonzept vorgelegt. Die Assistenzärzte berichten, dass sie sich in ihrer Einarbeitungszeit sehr wertgeschätzt und gut angenommen gefühlt haben. In den ersten sechs Monaten werden in der Abteilung keine Dienste geleistet, die Kollegen werden hierauf zunächst gut vorbereitet. Für Berufsanfänger wird eine dreitägige Einarbeitung im Marienhospital durchgeführt, in der die gängigsten Notfallthemen, das Atemwegsmanagement und ethische Aspekte erörtert werden.

    „In den GFO Kliniken Bonn, Betriebsstätte St. Josef, erhält jeder der sechs Assistenzärzte in der Abteilung Innere Medizin/Gastroenterologie die volle Weiterbildung. Die generelle Rotation und die sich daraus ergebende Stationsverteilung ist über einen Zeitraum von zumeist sechs Monaten geregelt. Zunächst werden die jungen Ärztinnen und Ärzte mindestens zwei Monate auf der Station eingesetzt, um dann für sechs bis acht Wochen in der Ambulanz zu rotieren. Nach zwei anschließenden Wochen auf der Intensivstation führen sie ein Feedbackgespräch mit der Chefärztin“, berichtet Dr. med. Thorsten Hornung. „Daraufhin können sie an den Bereitschaftsdiensten teilnehmen. Weiter rotieren sie dann sechs Monate in der Funktion Ultraschall und in der Intensivstation, danach geht es in die Pulmonologie und Kardiologie. Geplant ist eine weitere Rotation in die Geriatrie.“

    Zugewandte Unterstützung im Stationsalltag

    Betreut werden die Assistenzärzte durch vier Oberärzte. „Im Stationsalltag erfahren sie eine gute Unterstützung. Ihre Oberärzte ermuntern sie geradezu, lieber einmal mehr anzurufen als einmal zu wenig“, sagt Dr. med. Hornung. Es gebe eine flache Hierarchie und ein wirklich gutes Betriebsklima. Oberärzte wie die Chefärztin seien jederzeit für sie ansprechbar.

    „Die Assistenzärzte schätzen ihre Freiheit, das Arbeitsfeld mitzugestalten und immer Ideen zur Verbesserung von Arbeitsabläufen einbringen zu können. Einmal im Monat findet eine offene Feedbackrunde statt, in der Verbesserungsvorschläge vorgebracht werden sollen. Bei Einstellungen von neuen Kollegen wird das Team eng eingebunden. So ist beispielsweise bei den Vorstellungsgesprächen immer ein Assistenzarzt dabei. Neubewerber werden dem Team vorgestellt.“

    Wöchentliche Fortbildung durch die Chefärztin

    Jede Woche gibt die Chefärztin eine interne Fortbildung. Dienstags findet eine gemeinsame Fortbildung mit den Kardiologen statt, abwechselnd hält jeder Assistenz- und Oberarzt dabei einen Vortrag. Jeder Assistenzarzt in der Abteilung hat ein persönliches Fortbildungsbudget in Höhe von 500 Euro und fünf Fortbildungstage im Jahr frei.

    Gütesiegel: Kriterien und Ablauf der Prüfung

    Grundlage für die Bewertung durch den Marburger Bund NRW/RLP ist ein ausführlicher Fragebogen, der von dem MB-Arbeitskreis „Junge Ärztinnen und Ärzte“ eigens für das Projekt entwickelt wurde. Die Fragebögen erhalten alle sich weiterbildenden Ärztinnen und Ärzte: Sie füllen diese freiwillig und anonym aus. Mindestens 80 Prozent der Ärzte einer Abteilung müssen sich beteiligen. Erreichen die ausgefüllten Fragebögen im Durchschnitt 80 Prozent der zu vergebenden Punkte, findet eine Visitation der Abteilung durch die Prüfkommission des MB statt. Die Abteilung Innere Medizin/ Gastroenterologie erreichte 86,3 Prozent.

    Die Visitation vor Ort sieht ein Gespräch mit den sich in Weiterbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzten vor. Im Anschluss nimmt der Weiterbildungsbefugte an dem Gespräch teil. Auf Bitte der Prüfkommission findet bei offenen Fragen eine Begehung der Abteilung statt. Die Kriterien für die Vergabe des MB-Gütesiegels werden vom Arbeitskreis „Junge Ärztinnen und Ärzte“ stetig weiterentwickelt, angepasst und fortgeschrieben.

    Sind nach der Visitation keine wesentlichen Beanstandungen zu verzeichnen und die Erkenntnisse aus den Fragebögen positiv bestätigt, entscheidet der Vorstand des Marburger Bundes NRW/RLP über die Verleihung des Gütesiegels für eine Dauer von drei Jahren. Für eine erneute Klassifizierung ist die Wiederholung des Verfahrens erforderlich. Einem Träger wurde zwischenzeitlich das Gütesiegel entzogen, da der vom Marburger Bund ausgezeichnete Chefarzt die Klinik verlassen hat.