• „Wo Weiterbildung drauf steht, muss auch Weiterbildung drin sein“

    Netzwerk Junge Ärztinnen und Ärzte
    23.September 2022
    Dresden
    Im Netzwerk Junge Ärztinnen und Ärzte tauschen sich MB-Mitglieder in Weiterbildung regelmäßig zu Gesundheitspolitik, Weiterbildung, Klinik- und Praxisalltag sowie Berufseinstieg aus. Am 7. September widmete sich das Online-Treffen des Netzwerks der Weiterbildungsordnung und dem E-Logbuch der Sächsischen Landesärztekammer (SLÄK).

    Als Gäste gaben Dr. Patricia Klein, Ärztliche Geschäftsführerin SLÄK, und Nicole Hoffmann, Mitarbeiterin der Geschäftsstelle Weiterbildungsverbünde SLÄK, einen umfassenden Überblick zu diesen Themen und beantworteten die Fragen der 25 Teilnehmenden. Im Fokus des lebhaften Austauschs zwischen den Vertreterinnen der SLÄK und den jungen MBlern standen fehlende Weiterbildungspläne in den Kliniken, die Qualität der Weiterbildung, Unklarheiten bezüglich der Übergangsfristen zwischen neuer und alter Weiterbildungsordnung sowie bei der Berechnung von Weiterbildungszeiten und auch die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse.

    „Wo Weiterbildung drauf steht, muss auch Weiterbildung drin sein“, unterstützte Dr. Klein die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte bei ihrer Forderung nach einer strukturierten Weiterbildung. Sie räumte aber auch ein, dass aufgrund der Arbeitsverdichtung in Krankenhaus und Praxis die Weiterbildung in vielen Fällen nicht verlässlich kontinuierlich geplant werden könne. Wer Probleme mit seinem Weiterbildungscurriculum habe, soll sich mit der SLÄK in Verbindung setzen, die sich dann um eine einzelfallbezogene Lösung bemühe.

    Teilzeit-Weiterbildung bei 40-h-Woche

    Die aktuellen Regelungen zur Weiterbildungszeit wirken sich vor allem auf Ärztinnen und Ärzte mit Teilzeitbeschäftigung aus. Nicht selten arbeiten diese aufgrund der Dienstbelastung trotz Teilzeitvertrag im Schnitt 40 oder mehr Stunden pro Woche – ohne Anerkennung der vollen Weiterbildungszeit. Denn dafür ist in Sachsen nicht die tatsächlich geleistete Stundenzahl, sondern der Passus Vollzeit oder Teilzeit im Arbeitsvertrag ausschlaggebend. Andererseits werden im Nachbarbundesland Sachsen-Anhalt definitionsgemäß 35 Wochenarbeitsstunden als Vollzeit für die Weiterbildung gewertet. In Anbetracht der steigenden Nachfrage nach Weiterbildungsstellen in Teilzeit und dem zunehmenden Ärztemangel sehen die jungen MBler hier weiteren Diskussionsbedarf.

    Transparente Evaluation gefordert

    Als Schritt in die richtige Richtung empfanden die jungen Ärztinnen und Ärzte die Ankündigung, dass Weiterbildungsstätten mittelfristig nicht erst nach Abschluss, sondern bereits während der Weiterbildung regelmäßig durch die angehenden Fachärztinnen und Fachärzte evaluiert werden sollen. „Transparente Evaluationen helfen bei der Auswahl der Weiterbildungsstätte. Aus unserer Sicht müssen auf wiederholt schlechte Bewertungen aber auch Konsequenzen für die Weiterbildenden folgen“, fordert Dr. Tim Wenzel. Er und Dr. Christin Wendt sind Vorstandsmitglieder des MB Sachsen und Mitinitiatoren des Netzwerks Junge Ärztinnen und Ärzte.

    Insgesamt ziehen beide ein positives Fazit aus der Veranstaltung. „Dieser Abend war ein guter erster Schritt für einen engeren Austausch zwischen uns Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung und der SLÄK. Wir konnten uns wechselseitig aus erster Hand informieren und die jeweilige Position kollegial vermitteln“, resümiert Christin Wendt.

    Nächstes Netzwerktreffen: 12. Oktober zum Thema Fehlerkultur

    Ein weiteres Thema, das viele junge Ärztinnen und Ärzte bewegt, ist die Fehlerkultur im Krankenhaus. Was tun, wenn einem ein Fehler unterläuft oder man vermeintliche Fehler bei anderen beobachtet? Prof. Dr. med. habil. Maria Eberlein-Gonska, Leiterin Zentralbereich Qualitäts- und Medizinisches Risikomanagement des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus, informiert gibt im interaktiven Online-Seminar am 12. Oktober eine Einführung in dieses komplexe Thema.