Diese Website nutzt Cookies, um mehr über das Nutzungsverhalten der Besucherinnen und Besucher zu erfahren und das Internetangebot beständig zu verbessern. Die Daten werden anonymisiert. Sie können diese statistische Erhebung deaktivieren. Mehr Informationen finden Sie in unserer .
ok
  • Aktuelles Tarifgeschehen in Sachsen

    An dieser Stelle finden Sie aktuelle Infos, Zwischenstände und Ergebnisse zu Tarifverhandlungen in Sachsen

    1
    Landeskliniken SKH für Psychiatrie und Neurologie

    Der TV-Ärzte SKH enthält verschiedene Kündigungsmöglichkeiten. Die Tarifkommission des MB in den vier Sächsischen Landeskliniken (Altscherbitz, Arnsdorf, Großschweidnitz und Rodewisch) hat beschlossen, die Entgelttabelle und weitere Regelungen zu kündigen. Die Kündigungen wurden vom MB Sachsen an das Sächsische Finanzministerium übermittelt. Wie in den letzten Tarifrunden, sollte auch in der Tarifrunde 2019/20 zunächst das Ergebnis der Tarifverhandlung zum TV-Ärzte (TdL) abgewartet werden, dass auch weiterhin im TV-Ärzte SKH nachvollzogen werden soll.

    Nachdem der Tarifabschluss mit der TdL vorlag, wurde das Finanzministerium zur Aufnahme der Tarifverhandlungen aufgefordert. Aufgrund der epidemischen Lage wurde der Verhandlungsauftakt aber auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Tarifverhandlungen fanden deshalb erst am 15. Juni statt. In konstruktiver Atmosphäre konnte ein Ergebnis erzielt werden. Nachdem die Gremienzustimmungen erfolgt sind, konnte der Änderungstarifvertrag Nummer 6 zum TV-Ärzte SKH von beiden Vertragsparteien unterzeichnet werden und ist in Kraft getreten.

    2
    TV-Ärzte Paracelsus Sachsen

    Die Tarifverhandlungen für einen TV-Ärzte Paracelsus Sachsen, der die sächsischen Kliniken ReichenbachZwickauAdorf und Schöneck erfassen soll, laufen seit 2018, sind in der Vergangenheit jedoch immer wieder ins Stocken geraten. Am 5. Juni 2019 konnten die Verhandlungen fortgesetzt werden. Nach mehrstündigen konstruktiven Gesprächen konnte die Tarifkommission des Marburger Bundes Sachsen mit Vertretern der Paracelsus Kliniken Zwickau, Reichenbach, Schöneck/Adorf und der Konzernleitung aus Osnabrück am frühen Morgen des 6. Juni eine tragfähige Gesamteinigung erzielen.

    Der Kompromiss sieht für die tarifgebundenen Mitglieder des Marburger Bundes u.a. bis zum Februar 2021 eine 10,5-prozentige Anhebung der Vergütung vor. Damit wird die Lücke zum Referenztarif des TV-Ärzte VKA vollständig geschlossen. Daneben wird es erstmals für alle sächsischen Paracelsus-Kliniken einen einheitlichen arztspezifischen Manteltarifvertrag geben, der mit Wirkung zum 1. Januar 2019 die wesentlichen Arbeitsbedingungen der MB-Mitglieder vollständig und verbindlich regelt.

    Am 19. Dezember wurde in Weimar über eine zukunftsfähige Weiterentwicklung verschiedener Regelungen des Tarifvertrages beraten. Dabei standen insbesondere die Bestimmungen zur Arbeitszeitgestaltung im Fokus, die im Juni in einer Prozessvereinbarung zusammengefasst wurden, um sie nach Abschluss des Tarifvertrages ohne Zeitdruck in Ruhe weiter beraten zu können. Die Gespräche wurden am 5. Februar in Leipzig fortgesetzt. Aufgrund der wirtschaftlich angespannten Situation haben die Arbeitgeber eine weitere inhaltliche Befassung mit den o.g. Themen aber abgelehnt und abschließend lediglich geringe Zugeständnisse bei der Bewertung der Bereitschaftsdienste gemacht, die in einem 1. Änderungstarifvertrag niedergelegt wurden.

    3
    VKA Tarifrunde

    In Sachsen sind 5 kommunale Krankenhäuser vom TV-Ärzte VKA erfasst, der zwischen dem Marburger Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) verhandelt wird: das Städtische Klinikum Dresden, mit seinen Standorten Friedrichstadt und Neustadt, das Landkreis Mittweida Krankenhaus, das Klinikum Obergöltzsch in Rodewisch, das Erzgebirgsklinikum Annaberg und die Muldentalkliniken in Grimma und Wurzen. Aktuelle Informationen zur VKA Tarifrunde finden Sie hier.

    4
    Oberlausitzkliniken, Bautzen und Bischofswerda

    Der Tarifvertrag mit den Oberlausitzkliniken Bautzen und Bischofswerda wurde zum 30. April 2019 gekündigt. Verhandlungen fanden am 9. Mai und 23. August 2019 sowie am 15. Januar und 26. Februar 2020 statt. Der Landesvorstand des MB Sachsen hat der Einigung vom 26. Februar Anfang März 2020 zugestimmt, die Zustimmung des Arbeitgebers erfolgte erst Ende April. Der Tarifvertrag wurde im Juli von beiden Vertragsparteien unterzeichnet und ist damit in Kraft getreten.

    5
    Kliniken Leipziger Land, Borna und Zwenkau

    Am 30. Januar 2019 konnten die Tarifverhandlungen zur Fortentwicklung des TV-Ärzte KLL der Sana Kliniken Leipziger Land (Borna und Zwenkau) erfolgreich abgeschlossen werden. In konstruktiver Atmosphäre wurden die Inhalte des Tarifvertrages verbessert und weiter angepasst. Neben einer linearen Entwicklung der Vergütung bis zum Jahr 2021 um 6 Prozent wird die Bewertung der Bereitschaftsdienste als Arbeitszeit in zwei Schritten um 5 Prozent angehoben. Außerdem können die Ärztinnen und Ärzte zukünftig bis zu 3 Tage Zusatzurlaub für Bereitschaftsdienststunden in der Nacht erhalten.

    6
    Fachklinikum Brandis

    Da die Dienstplanung des Arbeitgebers seit vielen Monaten Arbeitszeiten im ärztlichen Dienst vorsieht, die nach den Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes nur auf der Grundlage eines Tarifvertrages zulässig wären, ein solcher aber nicht besteht, wurde der Marburger Bund von den Mitgliedern im Fachklinikum Brandis beauftragt, mit dem Arbeitgeber Tarifverhandlungen zum Abschluss eines arztspezifischen Tarifvertrages aufzunehmen. Nachdem sich die örtliche Geschäftsführung in zwei konstruktiven Gesprächsterminen an der Erarbeitung einer Lösung beteiligt hat, wurden die Verhandlungen im August mit dem Hinweis abgebrochen, dass der Eigentümer des Klinikums (Ostermann Pott & Cie. Healthcare Advisors GmbH & Co.KG mit Sitz in Bonn) unter keinen Umständen einen Tarifvertrag zulassen wird. Es wurde angedroht, die Klinik zu schließen, wenn man zum Abschluss eines Tarifvertrages gezwungen wird.

    Der Betriebsrat hat die Dienstplanung des Arbeitgebers seit mehreren Monaten als rechtswidrig abgelehnt, was den Arbeitgeber aber nicht daran gehindert hat, diesen dennoch unter Verstoß gegen zwingende Vorgaben des Betriebsverfassungsgesetzes zu vollziehen. Im September wird deshalb ein Einigungsstellenverfahren stattfinden. Der Marburger Bund hat bei der zuständigen Aufsichtsbehörde eine Anzeige eingereicht, damit die fortgesetzte Verletzung des geltenden Arbeitszeitrechts behördlich sanktioniert werden kann.

    Die Ärzteschaft hält weiterhin an ihrer Forderung nach einem arztspezifischen Tarifvertrag fest. In einer „aktiven Mittagspause“ wurde diesem Anliegen am 25. November erstmals öffentlich Nachdruck verliehen. Sollte die Geschäftsführung weiterhin Tarifverhandlungen ablehnen, provoziert sie im Januar einen Arbeitskampf. Die Ärzteschaft hat sich für einen Arbeitskampf entschieden, diesen aber zunächst aufgeschoben. Sobald die pandemische Lage dies zulässt, werden Arbeitsniederlegungen zur Erzwingung einer Tarifverhandlung erfolgen.

    Am 26. Mai 2021 begann der Arbeitskampf, da die Geschäftsführung sich nachhaltig weigert, Tarifverhandlungen mit dem MB aufzunehmen. Gemeinsam mit den nichtärztlichen Angestellten, die durch ver.di vertreten werden und gleichfalls einen Tarifvertrag fordern, legten die Ärztinnen und Ärzte von 6 Uhr bis 22 Uhr die Arbeit nieder. Nähere Einzelheiten finden Sie hier. Wenn die Geschäftsführung weiterhin die Aufnahme von Tarifverhandlungen verweigert, werden die Beschäftigten in den kommenden Wochen die Streikzeiten immer weiter ausdehnen.

    Am 9. und 10. Juni legten die Ärztinnen und Ärzte erneut ganztägig die Arbeit nieder, um ihrem Unmut über die Blockadehaltung des Arbeitgebers gemeinsam mit dem nichtärztlichen Personal Ausdruck zu verleihen. Die Geschäftsführung des FK Brandis ignoriert das Anliegen der Ärzteschaft weiterhin und lehnt Gespräche mit dem MB ab. Es liegt an den Arbeitgebervertretern, wie intensiv der Arbeitskampf eskaliert werden muss. Wenn es weiterehin keine Gesprächsbereitschaft geben sollte, ist zu erwarten, dass das FK Brandis bereits in wenigen Wochen ohne Pause an 7 Tagen pro Woche von allen Angestellten bestreikt wird. Die MB-Mitglieder sind entschlossen, das legitime Ziel eines Tarifvertrages zu erreichen.

    7
    Klinikum Chemnitz

    Der TV-Ärzte Chemnitz des Marburger Bundes liegt aktuell in der Fassung des 6. Änderungstarifvertrages vom 8. August 2018 vor. Der Landesvorstand des MB Sachsen hat, einer Bitte der ärztlichen Tarifkommission des Klinikum Chemnitz folgend, zum 30. Juni 2021 neben der Entgelttabelle weitere Teile des Tarifvertrages gekündigt und den Arbeitgeber zur Aufnahme von Tarifverhandlungen aufgefordert. Diese beginnt am 14. Juli.  

    8
    DRK Krankenhäuser Chemnitz-Rabenstein und Lichtenstein

    In den sächsischen DRK-Krankenhäusern gibt es noch keinen arztspezifischen Tarifvertrag. Die Geschäftsführung hat mit dem DHV einen Tarifvertrag abgeschlossen, der von der organisierten Ärzteschaft abgelehnt wird, weil es keine ärztlichen Mitglieder im DHV gibt und die Ärzteschaft an den Tarifverhandlungen nicht beteiligt war.

    Nachdem sich die Ärzteschaft in den DRK-Krankenhäusern organisiert hatte, wurde im Sommer 2019 der Geschäftsführer um einen Gesprächstermin gebeten, um über die tarifrechtliche Lage der Ärzteschaft zu beraten. Der Geschäftsführer ignorierte diese Bitte und lehnte ein Gespräch ab, was einmalig in der sächsischen Krankenhauslandschaft ist. Der Marburger Bund Sachsen hat den Vorgang entsprechend kommentiert.

    Nachdem im November 2019 eine weitere Geschäftsführerin ihre Tätigkeit aufgenommen hatte, konnten wir mit ihr im Dezember 2019 ein erstes Gespräch führen, um über unsere Vorstellungen auf dem Weg zu einem arztspezifischen Tarifvertrag zu informieren. Wir haben deutlich gemacht, dass wir kurzfristig die Aufnahme von Tarifverhandlungen anstreben. Eine von der Geschäftsführerin zugesagte Rückmeldung zum weiteren Verfahren erfolgte bis Ende Januar 2020 nicht. Die Erinnerung des MB Sachsen vom 25. Februar blieb unbeantwortet.

    Die Tarifkommission hat deshalb beschlossen, mit tarifrechtlichen Druckmaßnahmen die Geschäftsführung zu einer angemessenen Kommunikation zu bewegen, um kurzfristig Tarifverhandlungen beginnen zu können. Aufgrund der epidemischen Lage wurden diese Druckmaßnahmen zunächst nicht vollzogen. 

    Nachdem das Landesarbeitsgericht Hamburg festgestellt hat, dass der DHV seit 2015 keine Tarifverträge mehr abschließen durfte, steht der Tarifvertrag, der aktuell auf die Arbeitsverhältnisse der Ärztinnen und Ärzte angewendet wird in Frage. Der MB hat deshalb die Geschäftsführung erneut nachdrücklich zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Am 6. Oktober sollte ein Sondierungsgespräch mit dem zuständigen Arbeitgeberverband stattfinden. Dieser hat das Treffen am 5. Oktober mit Verweis auf eine Corona-Gefährdung abgesagt.

    Das Sondierungsgespräch fand als Videomeeting am 5. November statt. In überwiegend sachlicher Atmosphäre wurden die wechselseitigen Vorstellungen ausgetauscht. Da die Geschäftsführung auch weiterhin Tarifverhandlungen mit dem Marburger Bund ablehnte und erst im Frühjahr zu einem weiteren Gespräch bereit war, musste mit einem Arbeitskampf zur Erzwingung der Tarifverhandlung gerechnet werden, sobald es die pandemische Lage ermöglicht hätte.

    Nachdem diese Eskalationsmöglichkeit nochmals durch den MB deutlich artikuliert wurde und sich aufgrund einer aktuellen Pressemitteilung des MB auch die lokale Presse zunehmend für die Entwicklung in den sächsischen DRK-Krankenhäusern interessierte, wurden dem MB Sachsen vom AGV, dem für die Tarifverhandlungen der beiden DRK-Krankenhäuser zuständigen Arbeitgeberverband, Anfang Februar 2021 überraschend Tarifverhandlungen angeboten. Die erste Verhandlungsrunde fand am 5. März statt.

    Aufgrund der pandemischen Lage musste im Wege einer Videokonferenz verhandelt. In konstruktiver Gesprächsatmosphäre wurden Vereinbarungen zum weiteren Verfahren, zum Geltungsbereich des Tarifvertrages und zur wichtigen Frage des Ausschlusses der Wirkungen des Tarifeinheitsgesetzes getroffen. Die Arbeitgebervertreter erklärten, dass der Marburger Bund die einzig legitime Interessenvertretung der Ärzteschaft in den beiden DRK-Krankenhäusern ist und der AGV zügig einen arztspezifischen Tarifvertrag mit dem Marburger Bund abschließen möchte. Die Tarifverhandlungen wurden am 12. März fortgesetzt. Zielgerichtet und an der Sache orientiert konnten erste Themen beraten und Standpunkte ausgetauscht werden.

    Die 3. Verhandlungsrunde fand am 25. März statt. Die Arbeitgebervertreter machten erneut deutlich, dass sie an einer zügigen Tarifeinigung interessiert sind. Die Beratungen erfolgten teils kontrovers aber stets vom wechselseitigen Willen begleitet, gemeinsam eine tragfähige Lösung zu finden. Die nächste Verhandlung sollte am 16. April stattfinden. Da die Arbeitgebervertreter im Vorfeld aber einen fehlerhaften und unvollständigen Tarifvertragstext als aktuelle Beratungsgrundlage an den MB übermittelt hatten, was wir deutlich kritisiert haben, konnten die Verhandlungen erst am 3. Mai fortgesetzt werden.

    In dieser Verhandlung wurden wesentliche Unterschiede bezüglich der Bewertung der Notwendigkeit von tarifrechtlichen Regelungen zum Gesundheitsschutz der Ärztinnen und Ärzte sichtbar. Während der MB Sachsen die Anzahl der Bereitschaftsdienste pro Monat auf regelmäßig 5 begrenzen möchte, forderte die Arbeitgeberseite zunächst 8 Dienste pro Monat als Regelfall, was wir entschieden zurückgewiesen haben. Nach kontroverser Diskussion erklärte der Berater der Arbeitgeberseite, dass weniger als 7 Dienste nicht möglich wären und drohte mit Verhandlungsabbruch, wenn wir einer solchen Regelung nicht zustimmen. Nach einer Beratungspause erklärte der Geschäftsführer der Kliniken, dass über dieses Thema zu einem späteren Zeitpunkt erneut verhandelt werden soll. Es wurden weitere Verhandlungstermine für den 25. Mai sowie den 4. und den 23. Juni verabredet.

    Mit dem MB Sachsen wird es definitiv keinen Tarifvertrag geben, der 7 Dienste pro Monat zum Normalzustand erklärt. Wenn sich die DRK-Kliniken im regionalen Umfeld anders als bisher mit einem wettbewerbsfähigen Tarifrecht aufstellen wollen, müssen sie nicht nur eine marktübliche Vergütung, sondern auch Arbeitsbedingungen für den ärztlichen Dienst anbieten, die in anderen sächsischen Kliniken bereits Selbstverständlichkeit sind, was u.a. für die Anzahl der Dienste oder auch der freien Wochenenden pro Monat gilt.

    9
    Fachkrankenhaus Coswig

    Die Tarifverträge (MantelTV und EntgeltTV) mit dem Fachkrankenhaus Coswig waren zum 31.12.2019 kündbar. Die Tarifkommission des MB im Klinikum Coswig hat beschlossen, den Entgelttarifvertrag zu kündigen. Der Manteltarifvertrag sollte nicht gekündigt werden. Der MB Sachsen hat den Entgelttarifvertrag zum Jahresende 2019 gekündigt. Die Tarifverhandlungen fanden am 9. Januar, 21. Februar und 9. März 2020 statt. Trotz großer inhaltlicher Differenzen und einer zum Teil schwierigen Verhandlungsatmosphäre ist es der MB-Tarifkommission gelungen, einen Kompromiss zu finden, der allen Mitgliedern in einer Mitgliederinformation vorgestellt wurde. Der Tarifvertrag ist zwischenzeitlich in Kraft getreten.

    10
    Kreiskrankenhaus Delitzsch

    Der Tarifvertrag mit der Kreiskrankenhaus Delitzsch GmbH ist zum 31.12.2019 kündbar. Die Tarifkommission des MB im Klinikum Delitzsch/Eilenburg hat sich neu gebildet und beschlossen, zunächst nur die Entgelttabelle zum 31.12.2019 zu kündigen. Die Tarifverhandlung hat am 27. Februar begonnen und wurde aufgrund der epidemischen Lage auf unbestimmte Zeit vertagt. Zwischenzeitlich wurde durch den MB Sachsen der gesamte Tarifvertrag gekündigt, um bei einer Fortsetzung der Tarifverhandlungen auch über Fragen verhandeln zu können, die im Manteltarifvertrag geregelt sind. Die Tarifverhandlung wurde am 9. Juli fortgesetzt. Die Arbeitgeberseite konnte auf die Forderungen des MB nicht reagieren, weshalb eine Fortsetzung für den 27. August vereinbart wurde. An diesem Tag legten die Arbeitgeber nach konstruktiver Verhandlung ein einigungsfähiges Angebot vor, das den Mitgliedern zur Bewertung übermittelt wurde. Die Tarifkommission hält das aktuelle Angebot für nicht ausreichend und hat deshalb eine Zustimmung abgelehnt. Die Verhandlung wurde am 14. Oktober mit einer Verständigung zu den offenen Punkten beendet. Beide Vertragsparteien haben der Einigung zwischenzeitlich zugestimmt. Der 4. Änderungstarifvertrag ist rückwirkend zum 1. Januar 2020 in Kraft getreten.

     

    11
    Universitätsklinikum Dresden

    Die Entgelttabelle des Tarifvertrages mit dem Universitätsklinikum Dresden wurde entsprechend einer Bitte der Tarifkommission des MB im Klinikum zum 30. April 2020 gekündigt. Der Manteltarifvertrag ist erst im Sommer 2022 kündbar. Aufgrund der epidemischen Lage wurde der Verhandlungsauftakt verschoben. Die Verhandlungen haben am 8. Juli begonnen und wurden nach inhaltlich kontroverser Beratung auf den 5. August vertagt. Da nur die Entgelttabelle verhandelt werden kann, war der Arbeitgeber nicht bereit, auch über Mantelfragen angemessen zu verhandeln. Nach eingehender Beratung der Tarifkommission wurde die Verhandlung am 9. Oktober fortgesetzt. Nachdem das UKD die Bedenken der Tarifkommission ausgeräumt hat, konnte eine Einigung erzielt werden. Beide Vertragsparteien haben der Einigung zwischenzeitlich zugestimmt. Der 2. Änderungstarifvertrag ist rückwirkend zum 1. Mai 2020 in Kraft getreten.

    12
    Klinikum Erlabrunn

    Der Tarifvertrag mit dem Klinikum Erlabrunn wurde entsprechend einer Bitte der Tarifkommission des MB im Klinikum zum 30. Juni 2020 gekündigt. Aufgrund der epidemischen Lage hat sich der Verhandlungsbeginn verschoben. Die Verhandlung hat aufgrund der konstruktiven Atmosphäre bereits am 23. Juli zu einem Ergebnis geführt. Nachdem beide Vertragsparteien der Einigung zugestimmt haben konnte der Änderungstarifvertrag zwischenzeitlich unterzeichnet werden und ist rückwirkend zum 1. Juli 2020 in Kraft getreten.

    13
    Kliniken des Erzgebirgskreises

    Die Geschäftsführung der Krankenhausgesundheitsholding Erzgebirge verfolgt das Ziel, die Kliniken in Annaberg, Stollberg, Zschopau und Olbernhau zu einer Gesellschaft zu fusionieren. Die dafür politisch notwendigen Entscheidungsprozesse wurden im Mai 2021 im Kreistag durchgeführt.

    Im Erzgebirgsklinikum Annaberg gilt der TV-Ärzte VKA direkt und dynamisch. Am Klinikum Mittleres Erzgebirge mit den Standorten Zschopau und Olbernhau gilt ein Anwendungstarifvertrag des MB Sachsen, der dynamisch auf den jeweils geltenden TV-Ärzte VKA verweist. Für die Ärztinnen und Ärzte im Kreiskrankenhaus Stollberg besteht ein Haustarifvertrag mit dem MB Sachsen, der an einigen Stellen hinter dem TV-Ärzte VKA zurückbleibt. Alle Tarifverträge können im Tarifvertragsregister auf unserer Internetseite eingesehen werden.

    Anfang Mai gab es ein Sondierungsgespräch zwischen dem Geschäftsführer des MB Sachsen und dem Geschäftsführer der Krankenhausgesundheitsholding in dem vereinbart wurde, dass bis zum Jahresende für alle drei Standorte ein einheitlicher arztspezifischer Konzerntarifvertrag mit dem MB Sachsen ausgehandelt werden soll, der sich am regionalen Umfeld orientieren wird. Es ist nicht geplant, den TV-Ärzte Stollberg auf alle Standorte auszuweiten. Die Tarifverhandlungen sollen Ende September beginnen. Wir werden darauf achten, dass sich die tariflichen Rechte der MB-Mitglieder durch den Konzerntarifvertrag nicht verschlechtern.

    Um handlungsfähig zu sein, wurden die Mitglieder an allen drei Standorten im Mai mit einer Mitgliederinformation dazu aufgerufen, sich zu organisieren und eine Kommunikationsstruktur aufzubauen, die ein schnelles, abgestimmtes und inhaltlich fundiertes Handeln gegenüber der Holding ermöglicht. An der Tarifverhandlung werden je zwei Vertreter aus Annaberg, Stollberg und Zschopau/Olbernhau teilnehmen.

    14
    Städtisches Klinikum Görlitz

    Der Tarifvertrag mit dem Städtischen Klinikum Görlitz wurde zum 31.12.2019 gekündigt. Am 17. Dezember fand ein Sondierungsgespräch statt, in dem die Forderungen durch die Tarifkommission vorgestellt wurden. Der Arbeitgeber hat diese am 20. Februar bewertet. In konstruktiver Verhandlungsatmosphäre konnte noch keine Einigung erzielt werden. Die Verhandlung wurde in einer weiteren Verhandlung am 12. März mit einer Einigung beendet. Beide Vertragsparteien haben dieser Einigung zugestimmt. Der Änderungstarifvertrag wurde zwischenzeitlich von beiden Parteien unterzeichnet und ist in Kraft getreten.

    15
    Lausitzer Seenland Klinikum, Hoyerswerda

    Der Tarifvertrag mit dem Lausitzer Seenland Klinikum wurde gemäß der Forderung der örtlichen Tarifkommission fristgemäß zum 30. September 2020 gekündigt. Die Tarifverhandlungen haben am 12. Oktober als Online-Verhandlung begonnen und wurden nach konstruktiver Beratung auf den 23. November vertagt. Dieser Termin konnte aufgrund der epidemischen Lage nicht stattfinden. Die Verhandlung sollte dann am 14. Dezember fortgesetzt werden, was aber aufgrund der Pandemie erneut nicht möglich war. Für eine kurzfristige Vergütungsentwicklung wurde im Dezember 2020 aber eine Vorschaltregelung vereinbart, nach der bis zum 31. März 2021 Friedenspflicht besteht und dafür eine nach Vergütungsgruppen gestaffelte Einmalzahlung im Dezember erfolgt. Die Tarifverhandlung wurde am 29. Januar als Online-Verhandlung fortgesetzt. In konstruktiver Beratung wurde deutlich, dass die AG-Vertreter aktuell nicht verbindlich verhandeln können, da zum 1. März ein Wechsel in der Geschäftsführung der LSK stattfinden wird.

    Die Verhandlungen wurden am 15. März fortgesetzt. Nachdem sich der neue Geschäftsführer des Klinikums vorgestellt hatte, wurden in konstruktiver Atmosphäre die verschiedenen Standpunkte zu den Punkten des Forderungskatalogs der Tarifkommission ausgetauscht. Die vollständige Ablehnung einer Neuregelung zur Begrenzung der Anzahl der Bereitschaftsdienste und zur Zahl der freien Wochenenden durch die Arbeitgebervertreter wurde vom Marburger Bund als inakzeptabel zurückgewiesen. Da sich die Geschäftsführung bisher nicht mit den Möglichkeiten einer praktischen Umsetzung dieser Forderungen beschäftigt hatte, wurden die Tarifverhandlungen mehrfach unterbrochen und schließlich auf den 31. März vertagt.

    Da die pandemische Situation eine Verhandlung am 31. März nicht erlaubte, wurde ein neuer Termin für den 27. April vereinbart. An diesem Tag gingen die Arbeitgeber erstmals inhaltlich auf die Forderung ein, die Anzahl der Bereitschaftsdienste zu begrenzen. Zudem wurde über weitere Punkte des Forderungskatalogs des MB beraten. Die Tarifverhandlung wurde am 12. Mai fortgesetzt. In intensiven und zum Teil kontroversen, aber stets konstruktiven Gesprächen konnte eine Einigung erzielt werden, die noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der beiden Tarifvertragsparteien steht.

    16
    FKH Hubertusburg (Wermsdorf)

    Die Entgelttabelle des Tarifvertrages mit dem Fachkrankenhaus Hubertusburg wurde entsprechend einer Bitte der Tarifkommission des MB im Klinikum zum 31. März 2020 gekündigt. Der Manteltarifvertrag sollte nicht gekündigt werden. Der für den 17. März mit dem Arbeitgeber vereinbarte Verhandlungsbeginn wurde aufgrund der epidemischen Lage auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Tarifverhandlung begann am 22. Juni in Wermsdorf. Da die Geschäftsführung ein völlig unzureichendes Angebot vorgelegt hat und aufgrund fehlender Aussagefähigkeit bezüglich der wirtschaftlichen Möglichkeiten auch nicht bereit war, eine konstruktive Verhandlung zu führen, wurde die Tarifverhandlung unterbrochen. Sie wurde am 15. September fortgesetzt und es konnte eine Einigung erzielt werden. Nachdem beide Vertragsparteien der Einigung zugestimmt haben konnte der Änderungstarifvertrag zwischenzeitlich unterzeichnet werden und ist rückwirkend zum 1. April 2020 in Kraft getreten.

    17
    Klinikum St. Georg Leipzig

    Die Entgelttabelle des Tarifvertrages mit dem Klinikum St. Georg Leipzig wurde entsprechend einer Bitte der Tarifkommission des MB im Klinikum zum 31. März 2020 gekündigt. Daneben erfolgte auch die Kündigung der Regelungen in § 10 des Tarifvertrages. Der für den 26. März mit dem Arbeitgeber vereinbarte Verhandlungsbeginn wurde aufgrund der epidemischen Lage auf unbestimmte Zeit verschoben.

    Am 30. April trafen sich die Tarifvertragsparteien zu einer ersten Sondierung, in der die Forderungen vorgestellt wurden. Die Tarifverhandlungen fanden am 18. Mai, 4. Juni und 25. Juni statt. In konstruktiver und zielorientierter Verhandlungsatmosphäre wurden mögliche Kompromisslinien erarbeitet. Beide Vertragsparteien haben der Einigung zugestimmt. Der 3. Änderungstarifvertrag ist rückwirkend zum 1. April 2020 in Kraft getreten.

    18
    Universitätsklinikum Leipzig

    Die Tarifverträge mit dem Universitätsklinikum Leipzig wurden fristgemäß zum 31.12.2019 gekündigt. Die Tarifverhandlungen fanden am 5. Dezember 2019 sowie am 16. Januar und 28. Februar 2020 statt. In konstruktiver Atmosphäre wurde über die Forderungen diskutiert. Aufgrund der laufenden Verhandlungen zum TV-Ärzte (TdL) sah sich das UKL aber bezüglich der Mehrheit der Forderungen nicht in der Lage, eine abschließende Bewertung vorzunehmen. Der für den 19. März vereinbarte weitere Fortsetzungstermin wurde aufgrund der epidemischen Lage auf unbestimmte Zeit verschoben. Am 25. Mai konnte die Tarifverhandlung fortgesetzt werden und am 12. Juni wurde eine Einigung erzielt. Nachdem das UKL um Verlängerung der Erklärungsfrist bis zum 30. September gebeten hatte, verzögerte sich das Redaktionsverfahren. Inzwischen haben beide Seiten der Einigung zugestimmt und der Tarifertrag ist nach Unterzeichnung in Kraft getreten.

    19
    Landkreis Mittweida Krankenhaus

    Gemäß den Vorgaben des Existenzsicherungstarifvertrages hatte sich am Landkreis Mittweida Krankenhaus 2018 eine paritätische Arbeitsgruppe unter Beteiligung des MB Sachsen gebildet, die erstmals am 11. Oktober 2018 getagt hat.

    Die Paritätische Kommission hat sich am 21. Mai 2019 und am 19. November 2019 sowie am 11. Juni 2020 erneut getroffen. In den konstruktiven Sitzungen wurden aktuelle Probleme bei der Umsetzung des Existenzsicherungstarifvertrages beraten und Ziele zur Lösung vereinbart. Die Geschäftsführung des Klinikums und der MB Sachsen haben sich darauf verständigt, die jährlichen Gespräche auch nach dem Auslaufen des Existenzsicherungstarifvertrages (Ende 2020) weiter fortzuführen.

    20
    Asklepios-Klinik Hohwald, Neustadt in Sachsen

    Die Asklepios-Klinik Hohwald hat 2019 in einem Sondierungsgespräch gegenüber dem MB Sachsen Verhandlungsbereitschaft für den Abschluss eines Haustarifvertrages oder die Aufnahme der Klinik in den Geltungsbereich des TV-Ärzte Asklepios des MB Bundesverbandes signalisiert. Am Standort wurde eine Tarifkommission gebildet, die aber gegenüber dem MB signalisiert hat, dass es aktuell kein überwiegendes Interesse in der Ärzteschaft an einer tarifvertraglichen Vereinbarung mit dem Arbeitgeber gibt. Mit der Neufassung des TV-Ärzte Asklepios im November 2020 wurde die Klinik nach Zustimmung durch die örtliche Tarifkommission in den Geltungsbereich des Tarifvertrages aufgenommen.

    21
    Collm Klinik Oschatz

    In der Collm Klinik gilt für die Mitglieder des Marburger Bundes seit September 2015 der TV-Ärzte Oschatz, der grundsätzlich die dynamische Anwendung des TV-Ärzte VKA vorsieht. Für die Vergütung von Bereitschafts- und Rufbereitschaftsdiensten wurden im TV-Ärzte Oschatz besondere Vereinbarungen getroffen. Mit Schreiben vom 14. Juni 2019 hat der Arbeitgeber den Tarifvertrag zum 30. September 2019 gekündigt und mitgeteilt, dass die Dienstvergütungen neu geregelt werden sollen.

    Mit E-Mail vom 9. August wurde ein Vorschlag zur Neugestaltung der Dienstvergütung an den MB Sachsen übermittelt. Die neu gebildete Tarifkommission hat sich inhaltlich mit dem diesem Vorschlag des Arbeitgebers beschäftigt. Nachdem die Tarifkommission einen Kompromiss mit der Geschäftsführung erzielen konnte, konnte dieser bis Ende November in einem Änderungstarifvertrag umgesetzt werden. Die neuen Regelungen treten rückwirkend zum 1. Oktober 2019 in Kraft.

     

    22
    Elblandkliniken, Riesa, Radebeul und Meißen

    Der Tarifvertrag mit den Elblandkliniken (RiesaRadebeul und Meißen) wurde zum 31.12.2019 gekündigt.  Die Tarifverhandlungen fanden am 22. November 2019 und 23. Januar 2020 statt. Die noch offenen Fragen konnten abschließend in einem schriftlichen Austausch geklärt werden. Der Tarifvertrag ist zwischenzeitlich in Kraft getreten. Am 29. Juni wurden die neuen Regelungen in Informationsveranstaltungen an den Standorten Radebeul, Meißen und Riesa gemeinsam von MB und Vorstand der ELK vorgestellt.

    23
    Fachkliniken für Geriatrie Radeburg

    Die Geschäftsführung der Fachkliniken für Geriatrie Radeburg (FGR) ist im Sommer 2020 an den Marburger Bund herangetreten und hat angeboten, für die Ärztinnen und Ärzte einen arztspezifischen Tarifvertrag abzuschließen, der sich am TV-Ärzte Coswig orientiert. Beide Kliniken werden vom gleichen Träger (Recura) betrieben. 

    Nachdem sich im FGR eine ärztliche Tarifkommission gebildet hat und diese das Angebot des Arbeitgebers inhaltlich bewerten konnte, fand am 26. Oktober 2020 die Auftaktrunde der Tarifverhandlungen in Radeburg statt. In konstruktiver und zielorientierter Atmosphäre wurde über alle Punkte des Angebotes beraten, die nach Auffassung der Tarifkommission änderungsbedürftig sind. Die Verhandlungen wurden am 24. November in Form einer Videokonferenz fortgesetzt. Aufgrund der Pandemie verzögerte sich die weitere Fortsetzung der Verhandlung bis zum Februar 2021. Letzte Streitpunkte konnten im März ausgeräumt werden. Nachdem im April auch das Unterschriftsverfahren abgeschlossen werden konnte, ist der TV-Ärzte Radeburg rückwirkend zum 1. Januar 2021 in Kraft getreten.

    24
    Kreiskrankenhaus Stollberg

    Der Tarifvertrag mit dem KKH Stollberg ist zum 31.12.2019 gekündigt worden. Die Tarifverhandlungen fanden am 11. Dezember und 20. Januar statt. An diesem Tag konnten sich die Parteien grundsätzlich auf einen Kompromiss verständigen, der aber hinsichtlich der Thematik „Anzahl der Dienste“ noch keine Zustimmung durch den Landesvorstand erhalten konnte. Nach einem schriftlichen Austausch konnte am 24. März eine Einigung erzielt werden, die von beiden Vertragsparteien bestätigt wurde. Der Änderungstarifvertrag liegt zwischenzeitlich in einer unterschriebenen Fassung vor und ist damit in Kraft getreten.

    25
    Kreiskrankenhaus Torgau

    Der Tarifvertrag mit dem KKH Torgau wurde zum 31. Dezember 2018 gekündigt. Die Tarifverhandlungen wurden zunächst ausgesetzt, um die Ergebnisse des Tarifabschlusses mit der VKA abzuwarten. Die Verhandlungen wurden am 21. August 2019 fortgesetzt. Ein weiterer Verhandlungstermin fand nach einem schriftlichen Austausch der verschiedenen Positionen am 24. Februar 2020 statt. Nach weiterem schriftlichem Austausch stimmte der Arbeitgeber dem Einigungspapier des MB Sachsen vom 1. Juni 2020 zu. Die Einigung wurde von beiden Tarifvertragsparteien bestätigt und der Änderungstarifvertrag ist zwischenzeitlich in Kraft getreten.

    26
    Kreiskrankenhaus Weißwasser

    Der Tarifvertrag mit dem KKH Weißwasser wurde auf Wunsch der Tarifkommission fristgemäß zum Jahresende 2020 gekündigt. Die Arbeitgebervertreter haben allerdings erklärt, abweichend von der üblichen Praxis, die Tarifverhandlung erst nach dem Ende der Friedenspflicht beginnen zu wollen, weshalb der Tarifvertrag erst ab Januar 2021 neu verhandelt werden kann. Zwischenzeitlich hat sich die Verzögerungstaktik weiter manifestiert, denn die Geschäftsführung steht erst Ende März für einen ersten Verhandlungstermin zur Verfügung. Nach einer nochmaligen Verschiebung der Verhandlung durch die Arbeitgeberseite, konnte die Auftaktverhandlung erst am 26. April stattfinden. Der Marburger Bund hat diese Verzögerung deutlich kritisiert und ein Inkrafttreten der neu zu verhandelnden Regelungen ab dem 1. Januar 2021 gefordert. Schwerpunkt der Beratungen war neben Regelungen zum Gesundheitsschutz der Ärzteschaft die bisher unzureichende Arbeitszeitdokumentation im Klinikum.

    Die Verhandlung wurde auf Wunsch der Arbeitgeberseite um einen weiteren Monat auf den 31. Mai verschoben, da für ein eigenes Angebot zunächst eine Rücksprache mit dem Aufsichtsrat notwendig sei, was offenbar in den 7 Monaten seit der Kündigung des Tarifvertrages nicht für erforderlich erachtet wurde. Dieses Vorgehen stellt sich als Missachtung der Interessen der Ärzteschaft dar, wofür wir kein Verständnis haben. Es drängt sich die Vermutung auf, dass die Arbeitgeber der Tarifverhandlung nicht die notwendige Priorität einräumen. Dies wird der aktuell angespannten Personalsituation im ärztlichen Dienst nicht gerecht. Am 31. Mai fand die Verhandlung als Videokonferenz in konstruktiver Atmosphäre statt. Da nicht zu allen offenen Punkten Einigkeit erzielt werden konnte, wurde die Verhandlung auf den 10. Juni vertagt. An diesem Tag konnte zu allen Punkten eine Verständigung erzielt werden. Die Einigung steht unter dem Vorbehalt der Gremienzustimmung.